Ist Heidelberg ein Libellenparadies? Das wollte der BUND Heidelberg herausfinden und rief dazu auf, Libellenbeobachtungen mitzuteilen (ecoGuide berichtete). Die Resonanz war sehr groß: Es gingen rund 100 E-Mails und Anrufe aus Heidelberg und Umgebung ein. „Die Zahl der Rückmeldungen übersteigt deutlich unsere Erwartungen“, so Brigitte Heinz, Geschäftsführerin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in Heidelberg. „Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben!”

Viele Melder haben einen Gartenteich, in dem sich teilweise seit Jahrzehnten Libellen entwickeln. Eine der am häufigsten beobachteten Libellen ist die große Blaugrüne Mosaikjungfer, die in manchen Jahren noch im November fliegt. Nach dem Schlupf streift sie oft weit umher, fernab von jedem Gewässer. Dabei verirrt sie sich bisweilen in Wohnungen. Und gelegentlich werden unvorsichtige Tiere Opfer einer Katze.

Von den Kleinlibellen ist die Große Pechlibelle weit verbreitet

Von den Kleinlibellen ist die Große Pechlibelle weit verbreitet. Mit knapp dreieinhalb Zentimetern Körperlänge ist sie nur etwa halb so groß wie die Blaugrüne Mosaikjungfer. Beide Arten sind recht anspruchslos und kommen an vielen stehenden Gewässern vor. Ebenfalls häufig sind die Große Heidelibelle und die Blutrote Heidelibelle. Auch diese Arten wurden von einigen Beobachtern gemeldet.

An Fließgewässern wie dem Neckar und an Waldbächen konnte die Gebänderte Prachtlibelle und ihre Schwesterart, die Blauflügel-Prachtlibelle beobachtet werden. Beide Arten fallen durch die bläulich glänzenden Männchen auf, die gerne am Ufer auf Pflanzen sitzen. Durch ihren flatternden Flug wirken sie wie Schmetterlinge.

Von 81 in Deutschland heimischen Libellenarten wurden zuletzt 47 in Nordbaden nachgewiesen

Eine Charakterart des Odenwalds ist die größte einheimische Libelle, die Zweigestreifte Quelljungfer. Mit Glück und etwas Geduld sieht man die Männchen über Bächen patrouillieren, oft im Schatten. Von den 81 in Deutschland heimischen Libellenarten wurden in den letzten Jahren 47 in Nordbaden nachgewiesen. Gut die Hälfte davon kommt auch auf dem Gebiet der Stadt Heidelberg vor, schätzt Libellenexperte Michael Post. Für ungefährdete Arten, die keine großen Ansprüche stellen, ist der Tisch reich gedeckt. Arten, die spezielle Anforderungen an ihre Entwicklungsgewässer stellen und daher selten sind, finden hier nur wenige Nischen.