Saatkrähen

Die Zahl der Saatkrähen-Nester in der Landauer Innenstadt steigt stetig an. Foto: Stadt Landau i.d. Pfalz

Saatkrähen sind keine angenehmen Nachbarn. Diese Erfahrung müssen viele Landauer jedes Jahr in den Sommermonaten machen. Da die Vögel inzwischen auch vermehrt Innenstadtbereiche wie Ost- und Goethepark sowie Waffen- und Pestalozzistraße besiedeln, haben die Beschwerden in den vergangenen Jahren zugenommen, insbesondere im Hinblick auf Lärmbelästigung und Verschmutzung. Aufgrund des großen Informationsbedarfs in der Öffentlichkeit und um die unmittelbar betroffenen Anwohner mit dem Thema vertraut zu machen, führt die Stadtverwaltung eine Informationsveranstaltung durch. Diese findet am Mittwoch, 2. November 2016 (ab 18.30 Uhr), im Ratsaal des Rathauses in Landau statt und dauert rund zwei Stunden.

Saatkrähen wie auch ihre Lebensstätten stehen unter Artenschutz

„Seit Mitte der 1990er Jahre brütet die Saatkrähe wieder regelmäßig in Landau“, informiert Beigeordneter und Umweltdezernent Rudi Klemm. „Der Bestand der Brutkolonien hat sich dabei stetig erhöht. Im Jahr 2012 wurden 127 Nester gezählt, 2015 waren es bereits 339.“ Da die Tiere den Menschen nicht scheuen und in der Landschaft immer mehr Brutmöglichkeiten, insbesondere hohe Baumbestände, verloren gehen, liegen die Brutkolonien oftmals am Rand oder sogar inmitten von Städten und Dörfern. Dabei stehen die Vögel selbst wie auch ihre Lebensstätten unter Artenschutz – der Handlungsspielraum der Behörden ist daher begrenzt.

Referenten berichten über Erfahrungen in Städten wie Lahr und Worms

Im Zuge der Info-Veranstaltung werden Vertreter des städtischen Umweltamts die Situation in Landau vorstellen. Insbesondere soll dabei über die Bestandsentwicklung der Saatkrähen, die durchgeführten Maßnahmen an der Pestalozzi-Schule, die Kosten möglicher weiterer Maßnahmen und den Baumschutz informiert werden. Zudem wurden Referenten eingeladen, die über Erfahrungen in anderen vergleichbaren Städten wie Lahr und Worms berichten. Weitere Fachleute kommen von der SGD Süd, dem Landesamt für Umwelt und der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie.

Die Expertenrunde soll dann die vorgestellten Punkte akzentuieren, diskutieren und insbesondere in Bezug auf mögliche Handlungsansätze auf den Punkt bringen; im Anschluss kann das Publikum Fragen zum Thema stellen. „Nutzen Sie die Möglichkeit, sich Fakten und Hintergrundinformationen zur Saatkrähen-Problematik zu verschaffen“, lädt Beigeordneter Klemm die Bürger der Stadt Landau ein.