Die Gemeinde Ilvesheim hat am 5. Juni 2014 von der Dietmar Hopp-Stiftung den Zuschlag für ein Projekt bekommen, dass sie im Rahmen der Aktion „alla hopp!“ eingereicht hatte. Hierbei sollen generationenübergreifende Bewegungs- und Begegnungsräume geschaffen werden (ecoGuide berichtete). Der Zuschlag der Dietmar Hopp-Stiftung für Ilvesheim wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, und der Mannheimer Gruppe des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) kritisch gesehen. Zwar bewerten die Umweltverbände den Zuschlag grundsätzlich als erfreulich, allerdings habe die Gemeinde in ihrer Bewerbung auch Teile eines Naturschutzgebietes und eines europäischen Schutzgebietes als mögliche Standorte genannt. Dies stellt aus Sicht der Umweltschützer einen Tabubruch dar, zumal das Gebiet bereits stark unter illegaler Freizeitnutzung leide.

„Eingriffe in diesem Ausmaß verstoßen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und sind nicht ohne weiteres genehmigungsfähig“, sagt Tobias Staufenberg, Geschäftsführer des BUND Rhein-Neckar-Odenwald. „Die Gemeinde Ilvesheim muss jetzt ein alternatives Konzept vorlegen, dass keine Eingriffe in Schutzgebiete mehr beinhaltet. Andernfalls werden BUND und NABU einer Befreiung von den Schutzgebietsvorschriften nicht zustimmen“, so Paul Hennze, Vorsitzender des NABU Mannheim. Im Rahmen der Beteiligung der Naturschutzverbände werden BUND und NABU bei Befreiungsanträgen für Eingriffe in Naturschutzgebiete um Stellungnahme gebeten: stimmen die Verbände einer Befreiung nicht zu, können sie die Vorlage beim zuständigen Ministerium verlangen und / oder vor dem Verwaltungsgericht klagen. Bisher wurde nach Wissen des BUND beim Regierungspräsidium Karlsruhe noch kein Antrag auf Befreiung von den Vorschriften gestellt.

Das Naturschutzgebiet „Unterer Neckar: Altneckarschleife – Neckarplatten“ erstreckt sich über den südlichen und östlichen Teil der Ilvesheimer Neckarschleife bis nach Ladenburg. Besonders in der südlichen Neckarschleife finden sich im Sommer zahlreiche Badegäste, denen oft nicht bewusst ist, dass der Aufenthalt dort eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Der BUND habe den Bürgermeister der Gemeinde Ilvesheim bereits Ende 2013 auf das Problem hingewiesen, allerdings bislang keine Antwort bekommen, so der Verband. „Wir sind aber sicher, dass wir gemeinsam mit der Gemeinde und der Stiftung einen Weg finden können, um das Projekt ohne Schaden für Umwelt und Natur umzusetzen“, so Staufenberg.