Nach dem tragischen Unfall mit einem Zirkuselefanten in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) will die für Tierschutz in Hessen zuständige Ministerin Priska Hinz tätig werden. „Hessen wird eine entsprechende Bundesratsinitiative starten, um sicherzustellen, dass bestimmte Wildtiere, wie z.B. Elefanten, Bären oder Raubkatzen, nicht mehr in Wanderzirkussen gehalten werden dürfen. Ein weiter so kann es jedenfalls nicht länger geben“, betonte Umweltministerin Priska Hinz am 16. Juni 2015 in Wiesbaden.

„Auf besonders tragische Weise rächt sich jetzt die jahrelange Untätigkeit des Bundes. Seitens der Länder wurde immer wieder auf die strukturellen Probleme der Wildtierhaltung in Zirkussen hingewiesen. Sowohl vor dem Hintergrund des Tierschutzes als auch aus Gründen des Ordnungsrechtes. Geschehen ist bisher nichts. Es ist traurig, dass es erst eines so schlimmen Unfalls wie in Baden-Württemberg bedarf, um auf die Dringlichkeit einer Regelung hinzuweisen“, so die Ministerin.

Zirkustiere verbringen einen Großteil ihres Lebens in engen Transportwagen und kleinen Außengehegen. Schon dadurch sind Bewegung und artgemäßes Verhalten extrem eingeschränkt. Der Aufbau tier(schutz)gerechter und ausbruchssicherer Gehege ist wegen der Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität in der Regel nicht realisierbar. „Die Folgen für die Tiere sind schwerwiegende Verhaltensstörungen, Erkrankungen und auch Todesfälle sind keine Seltenheit“, führte Hinz aus. „Der aktuelle Fall macht zudem deutlich, dass von den Tieren auch eine erhebliche Gefahr für den Menschen ausgehen kann“.