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Hessen setzt sich für Artenvielfalt ein. Bild: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

„Biologische Vielfalt ist unsere Lebensgrundlage. Doch auch vor Hessen macht das Artensterben nicht Halt. Umso wichtiger ist ein gemeinsames Bekenntnis zur Hessischen Biodiversitätsstrategie, die wir weiterentwickelt und konkretisiert haben“, begrüßte Hessens Umweltministerin Priska Hinz am 2. Februar 2016 den Kabinettsbeschluss der hessischen Landesregierung. Sie verstärkt nicht nur ihre Anstrengungen beim Schutz der Artenvielfalt, sondern verpflichtet sich auch, bis 2020 die Maßnahmen der weiterentwickelten Hessischen Biodiversitätsstrategie (HBS) umzusetzen.

Das Ziel: den bedrohlichen Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten

Das Ziel der HBS ist es, den bedrohlichen Rückgang der Artenvielfalt in Luft, Boden und Wasser aufzuhalten. Dafür werden in der HBS vielzählige Maßnahmen und Projekte aus allen Sektoren der Wirtschaft, Verwaltung, Landwirtschaft und der Zivilgesellschaft aufgeführt. „In einem neuen und zusätzlichen Ziel ist jetzt festgeschrieben, wie auch die Ministerien in ihrer Arbeit den Schutz der biologischen Vielfalt berücksichtigen werden: etwa bei Ausschreibungen, bei Raumordnungsverfahren, Baumaßnahmen oder landesweiten Projekten wie dem Breitbandausbau. Auch in der Bildungsarbeit und in Lehrplänen der Schulen wird das Thema eine größere Rolle spielen sowie in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Sportvereinen“, so die Ministerin.

Darüber hinaus wurden die bereits bestehenden Ziele in der überarbeiteten Biodiversitätsstrategie um zahlreiche Aktionen und Maßnahmen ergänzt. „Artenschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Jede kleine Aktion ist ein notwendiges Puzzleteil für Biodiversität in Hessen. Mit der weiterentwickelten hessischen Biodiversitätsstrategie setzt die Landesregierung ein der Bedeutung des Themas entsprechend deutliches Signal“, sagte die Ministerin.

Nationale, europäische und internationale Ziele fest im Blick

In der HBS werden die Ziele der „EU-Biodiversitätsstrategie bis 2020“ berücksichtigt. „Damit entspricht Hessen der Forderung des EU-Umweltrates, die jeweils eigene Strategie auf gemeinsame EU-weite Ziele auszurichten“, so Hinz. Mit der Umsetzung der HBS leistet Hessen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt, und hat dabei nationale, europäische und internationale festgelegte Ziele fest im Blick. „Die Halbzeitbilanz zur EU-Biodiversitätsstrategie zeigt, dass in vielen Mitgliedsstaaten und Regionen noch viel Luft nach oben ist. Hessen geht hier mit gutem Beispiel voran“, so Hinz. „Wir müssen uns nicht verstecken, im Gegenteil: Mit der weiterentwickelten Biodiversitätsstrategie haben wir uns mehr und ambitioniertere Ziele gesteckt als bisher“, sagte die Ministerin.

Hintergrund-Infos

Die hessische Biodiversitätsstrategie stammt aus dem Jahr 2013. Seit 2014 wurde sie ressortübergreifend und in enger Abstimmung mit Naturschutzverbänden, den zuständigen Fachausschüssen (Landesnaturschutzbeirat, Landesagrar- und Landesforstausschuss), dem Hessischen Städte- und Gemeindebund, dem Hessischen Landkreistag und dem Hessischen Städtetag weiterentwickelt und konkretisiert. Das Kapitel XIII beschreibt die „Strategischen Ziele und Maßnahmen“ und hält fest, mit welchen Aktionen bis 2020 der Schutz der Artenvielfalt in Hessen umgesetzt werden soll. Insgesamt sind es elf Ziele, die Hessen bis 2020 erreichen will. Innerhalb der Ziele werden zahlreiche, konkrete Maßnahmen formuliert – insgesamt sind es 88 Maßnahmen aus den Bereichen Naturschutz, Wald und Forst, Bildung, Wissenschaft und Landwirtschaft.

Dazu gehören z.B.:

  • der Erhalt von Streuobstwiesen
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der bestäubenden Insekten
  • die Förderung des Eiweißpflanzenanbaus
  • die Zertifizierung des hessischen Staatswald nach den Kriterien des „FSC-Deutschland“ bis 2018
  • die Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie durch den Einsatz von Gewässerberaterinnen und -beratern
  • die Verbesserung der Funktionalität der Auen im Hinblick auf Retentionsräume Auwaldregeneration und Auengrünland
  • die Unterstützung durch die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen und ihre zahlreichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden
  • Ausbau des Betreuungsnetzes der NATURA 2000-Schutzgebiete
  • finanzielle Unterstützung für Naturschutz-Großprojekte und Naturschutzvorhaben von überregionaler Bedeutung
  • die Erweiterung der flächenbezogenen Agrarumweltförderung um weitere Bausteine, wie z.B. Grünlandextensivierung oder Ackerblühstreifen
  • Vermeidung der Verfüllung von Senken, Mulden und historischen Bachläufen
  • Biomassenutzung zur Energieerzeugung im Einklang mit der biologischen Vielfalt