Hessens Umweltministerin Priska Hinz hat im Rahmen des Fachkongresses „Städte sind zum Leben da! Klimaanpassung – Freiraumgestaltung – Lebensqualität“ zu mehr Grün in Städten und Gemeinden aufgerufen. Die Ministerin betonte den großen Wert von Freiräumen wie Parks und anderen Grünanlagen, aber auch von begrünten Straßen, Plätzen und Gebäuden für die Lebensqualität in Städten und Dörfern. „Die Freiräume prägen die Gestalt und den Charakter von Orten und fungieren als soziale Treffpunkte. Sie sind wichtig für die Erholung und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Nicht zuletzt leisten sie einen Beitrag zur biologischen Vielfalt in Siedlungsbereichen“, machte Priska Hinz deutlich.

Gefragt ist eine neue grüne Baukultur

Angesichts des Klimawandels steige die Bedeutung des städtischen Grüns weiter. Erwartet wird eine höhere Zahl an Hitzetagen und Tropennächten, insbesondere in den dicht bebauten Quartieren. Zusätzlich ist mit einer Zunahme an Starkregenereignissen zu rechnen. Grün- und Wasserflächen sowie Straßen-, Dach-, Hof- und Fassadenbegrünungen können hier mildernd wirken. Sie reduzieren sowohl die Erwärmung bebauter Bereiche als auch Hochwassergefahren, da Regenwasser im Boden versickern kann. Die Umweltministerin forderte Städte und Gemeinden, aber auch die Bürger dazu auf, die Anpassung an die Klimafolgen als Herausforderung anzunehmen. Den etwa 180 Teilnehmern aus Politik, Verwaltung, Fachbüros und privaten Initiativen rief die Ministerin zu: „Klimaanpassung und Freiraumgestaltung müssen zu einem zentralen kommunalen Politikfeld werden. Gefragt ist eine neue grüne Baukultur!“ Um dies zu unterstreichen, starte ihr Ministerium jetzt den Landeswettbewerb „Städte sind zum Leben da! Klimaanpassung – Freiraumgestaltung – Lebensqualität“.

Private Initiativen

Hinz betonte: „Ich wünsche mir sehr, dass neben den Kommunen auch Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur Teilnahme nutzen. Urban Gardening-Projekte, in denen Bürgerinnen und Bürger Gärten für alle schaffen, Baumpatenschaften, gemeinschaftliche Pflanzaktionen, interkulturelle Gärten, Stadtimkereien und vieles mehr werden von privaten Initiativen angestoßen. Der Trend geht zum ‚Selbermachen‘. Das begeistert mich, weil ich finde, dass dieses Engagement eine unglaubliche Bereicherung für die Städte und Gemeinden ist.“

Nachhaltige Stadtentwicklung

Die Ministerin wies darauf hin, dass mit den Städtebauförderprogrammen Soziale Stadt, Stadtumbau in Hessen, Aktive Kernbereiche in Hessen sowie Städtebaulicher Denkmalschutz sehr wichtige Finanzierungsinstrumente für eine nachhaltige Stadtentwicklung zur Verfügung stehen. Auch in diesem Rahmen können Projekte zur Klimaanpassung und Freiraumgestaltung Förderung erhalten. Hinz ermutigte die Kommunen mit einem Städtebauförderungsgebiet ausdrücklich, hiervon Gebrauch zu machen. Die Umweltministerin appellierte abschließend an die Kommunen und privaten Akteure, Klimaanpassung und Freiraumgestaltung nicht nur als Herausforderung, sondern zugleich als eine große Chance für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu begreifen. Hinz forderte alle Beteiligten auf, hier verstärkt Verantwortung zu übernehmen und diese Chance zur Sicherung der Lebensqualität in den Städten zu nutzen.

Hintergrund-Infos zum Landeswettbewerb:

Der Landeswettbewerb „Städte sind zum Leben da! Klimaanpassung – Freiraumgestaltung – Lebensqualität“ richtet sich an Kommunen, private Initiativen, Unternehmen, Vereine, Verbände, Genossenschaften, Stiftungen sowie Kooperationen zwischen diesen. Prämiert werden Projekte aus hessischen Städten und Gemeinden, die durch kreative und innovative Freiraumentwicklung und vorausschauende Klimaanpassung dazu dienen, die Lebensqualität in Städten und Gemeinden zu sichern und zu verbessern. Dies können sowohl dauerhafte als auch temporäre Freiraumprojekte sein. Teilnahmefrist ist der 11. Februar 2015.

Weitere Informationen:
https://umweltministerium.hessen.de/klima-stadt/staedtebau/staedte-sind-zum-leben-da