Zur Verbesserung der Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer hat die hessische Landesregierung die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) beschlossen. „Unser Ziel ist die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer. Fußgänger und Radfahrer wollen im Verkehrsraum keine Randexistenz mehr führen“, sagte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson am 7. Juli 2015 in Wiesbaden. „Wir begreifen Nahmobilität als gleichberechtigten Teil des Verkehrssystems. Eine gute Verknüpfung mit dem Bus- und Bahnverkehr macht es für Autofahrer attraktiver, auf das Fahrrad umzusteigen oder kurze Strecken zu Fuß zu gehen.“

Gut fürs Klima und die Gesundheit

Jeder Weg, der mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt werde, bedeute weniger Lärm- und Schadstoffemissionen. Außerdem habe das Fahrradfahren unbestritten positive Effekte auf die Gesundheit. „Deshalb werden wir Radfahrern und Fußgängern endlich auch in Hessen den Stellenwert in der Verkehrspolitik geben, den sie verdienen“, so Samson beim ersten Treffen des Lenkungskreises der AGNH.

Viele Seiten sind beteiligt

Die AGNH soll die Nahmobilität in Hessen umfassend fördern, Verkehrsplaner und Entscheidungsträger für das Thema sensibilisieren, dem Erfahrungsaustausch dienen und Projekte anregen. Vergangene Woche beriet zum ersten Mal der Lenkungskreis der AGNH in Wiesbaden. Dessen Mitglieder sind Kommunen, Hochschulen, Verkehrsverbände und die drei regionalen Hessischen Radforen. Samson: „Die Attraktivität der Nahmobilität hängt eng damit zusammen, wie einladend Straßen und Plätze, Bahnhöfe und U-Bahn-Stationen gestaltet sind. Deshalb müssen bei diesem Thema viele Seiten zusammenarbeiten.“

Investitionen in Radwegenetz

Um die notwendige Infrastruktur zu stärken und auszubauen werde das Land daher massiv in das Radwegenetz investieren. Im Rahmen der Sanierungsoffensive 2016 – 2022 sollen deshalb jährlich vier Millionen Euro investiert werden, um so rund 60 neue Radwege entlang von Landesstraßen zu bauen. „Wir unterstützen zugleich die Kommunen beim Ausbau der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur. Alleine in diesem Jahr überweisen wir den Städten und Gemeinden acht Millionen Euro zweckgebunden für den Ausbau der Nahmobilität“, so Samson. „Nach allen Vorgesprächen wissen wir, dass landesweit ein hohes Interesse besteht, ein fahrradfreundliches Klima zu schaffen und den Belangen der Fußgänger mehr Geltung zu verschaffen“, sagte Samson. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass die Arbeitsgemeinschaft in überschaubarer Zeit zu konkreten Ergebnissen kommt.“