Die Europäische Kommission hat am 13. Februar 2015 den Entwicklungsplan für den ländlichen Raum des Landes Hessen 2014 – 2020 (EPLR Hessen) abschließend genehmigt. „Damit gehört der hessische Entwicklungsplan von europaweit 118 Programmentwürfen mit zu den ersten, die die Genehmigung der Kommission erhalten haben“, teilte Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz am 19. Februar in Wiesbaden mit. „Dieser, für Hessen, sehr guten Nachricht ging eine über Monate andauernde intensive Arbeit der Fachleute voraus. Jetzt endlich liegt die Genehmigung auf dem Tisch“.

Drei Hauptziele

Der neue Entwicklungsplan ist ein wichtiger Bestandteil der hessischen Förderpolitik für die Land- und Forstwirtschaft, die ländlichen Räume und für die Bewahrung der natürlichen Vielfalt. Er verfolgt die drei Hauptziele „Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Agrar-, Forst- und Ernährungswirtschaft“, „Verbesserung der Umweltsituation in Teilräumen mit Problemlagen“ sowie „Verringerung der regionalen Unterschiede ländlicher Gebiete“.

„Die abgelaufene Förderperiode hat bereits zu einer deutlichen Stärkung des ländlichen Raums beigetragen. Darauf ruhen wir uns aber nicht aus, sondern stärken diese Entwicklung und bauen sie weiter aus“, betonte Landwirtschaftsministerin Hinz. Mit der erteilten Genehmigung können nun die ELER-Mittel der Förderperiode 2014 – 2020 zur weiteren Entwicklung des Agrarsektors und des ländlichen Raums eingesetzt werden. Bisher wurden besonders im Bereich der Agrarumweltmaßnahmen (HALM) Förderbewilligung unter Vorbehalt und mit Landesmitteln vorfinanziert.

Weiteres wichtiges Thema: der Klimawandel

Ein weiteres wichtiges Thema – auch für die Entwicklung des ländlichen Raums – ist der Klimawandel. „Dem Kampf gegen den Klimawandel und die daraus abzuleitenden Anpassungsmaßnahmen wird sich die hessische Landesregierung besonders widmen. Hier herrscht ein großer Zwang zum Handeln“, ergänzte Ministerin Hinz, die neben der Land- und Forstwirtschaft auch für die Umwelt und den Klimaschutz in Hessen zuständig ist. In ihrem Ressort werden etwa 85 Prozent des gesamten Finanzvolumens des EPLR Hessen (ca. 560 Millionen Euro) und 21 der insgesamt 24 Teilmaßnahmen, die im EPLR Hessen angeboten werden, umgesetzt.

Entwicklungsplan umfasst etwa 659 Millionen Euro

Der Entwicklungsplan umfasst – einschließlich der Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe – rund 659 Millionen Euro. Diese setzen sich zusammen aus Mitteln der EU, des Bundes, des Landes und der Kommunen. Hinzu kommen die im Rahmen privater Investitionsmaßnahmen erforderlichen Eigenanteile. „Es bleibt aber nicht allein bei den 660 Millionen Euro staatlicher Fördermittel. Die Erfahrung zeigt, dass den staatlichen Geldern noch erhebliche private Investitionen folgen. Wir gehen davon aus, dass bis 2020 rund eine Milliarde Euro in die Entwicklung des ländlichen Raums fließen werden. Das ist sehr viel Geld mit dem sehr viele gute Projekte umgesetzt werden können. Ziel ist es natürlich, den ländlichen Raum in Fragen der ökologischen Entwicklung, der Demographie und damit auch in Fragen der wirtschaftlichen Stärke zu unterstützen“, stellte Priska Hinz klar.