Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt: Als erste Kommune in Rheinland-Pfalz hat die Ortsgemeinde Herxheimweyher (VG Herxheim) bei Landau diesen Schritt aus Lärmschutzgründen unternommen. Ziel der Geschwindigkeitsbegrenzung ist es, den Verkehrslärm zu reduzieren und die Wirkung der Maßnahme zu bewerten. „Dies ist ein Erfolg der Bürgerinnen und Bürger von Herxheimweyher, die sich für das Tempolimit eingesetzt haben“, so die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken. Das Tempolimit sei eines von sieben vergleichbaren Pilotprojekten, die der „Runde Tisch Lärm“ beim Umweltministerium Rheinland-Pfalz initiiert habe. Höfken: „Verkehrslärm macht krank. Auch andere Kommunen haben es in der Hand, vor Ort Maßnahmen für mehr Lärmschutz zu initiieren, zum Beispiel im Rahmen der laufenden Lärmaktionsplanung.“

In den vergangenen Wochen lief in Herxheimweyher ein Pilotversuch zu Tempo 30 auf der viel befahrenen Ortsdurchfahrt (Landstraße 493). Am 6. Dezember 2013 wurde das Projekt bis zum 31. Dezember 2014 verlängert. „Die geringeren Geschwindigkeiten nehmen unsere Bürgerinnen und Bürger bereits jetzt in Form von weniger Lärm und weniger Erschütterungen wahr“, freuen sich Verbandsbürgermeister Franz-Ludwig Trauth und Ortsbürgermeister Bernhard Gadinger. „Es ist ruhiger geworden, es wird langsamer gefahren und man kann deutlich besser schlafen“, berichten Anwohner in der aktuellen Ausgabe des Gemeindeblatts. Erste Messungen des Landesamtes für Umwelt zeigen, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit um etwa 10 Stundenkilometer reduziert hat. Zudem ist die Anzahl extremer Geschwindigkeitsübertretungen (mehr als 90 km/h) um das Fünffache zurückgegangen. Beim Lärm bestätigen erste Ergebnisse der Dauermessstation an allen Tagen einen deutlichen Rückgang. Die Ergebnisse werden im Internet auf der Homepage des DFLD e.V. (siehe unten) unter „Messwerte, Straßenlärm, Herxheimweyher“ veröffentlicht. Wie die Auswirkungen des Tempolimits von der Bevölkerung tatsächlich wahrgenommen werden, sollen Befragungen zeigen.

Ausgangspunkt für das Tempolimit in Herxheimweyher war das Bürgerprojekt „Hauptstraße 2012“, das sich um Lösungsansätze zur Reduzierung von Lärm bemühte. Ziel war es, die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung mit einer stationären Geschwindigkeitsüberwachung zu verbinden, damit der Verkehr gleichmäßig fließt. Geschwindigkeitsbeschränkungen können in Rheinland-Pfalz durch die zuständigen Straßenverkehrsbehörden auch zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen angeordnet werden. Sie sind im Einzelfall – wie in Herxheimweyher – sogar an klassifizierten Straßen des überörtlichen Verkehrs möglich, wenn die Verkehrsfunktion nicht beeinträchtigt und Verkehr nicht in die Wohngebiete verdrängt wird. Neben Mainz und Kandel haben auch Trier, Bad Kreuznach, Koblenz und Speyer Interesse an Tempo 30 auf Durchfahrtsstraßen.

Weitere Informationen:
www.dfld.de