Wollen wir in Zukunft chlorierte Hähnchen und Klonfleisch aus den USA kaufen? Soll gentechnisch verändertes Getreide an Kühe und Schweine verfüttert werden? Wollen wir aufgeweichte Grenzwerte für Gentechnik und Giftrückstände? Der Kreisverband Bergstraße des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) lädt am 26. April 2014 um 16.00 Uhr ins Saalbaukino in Heppenheim ein, um solche und ähnliche Fragen zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA zu diskutieren. Wie viele andere Organisationen befürchtet der BUND, dass das TTIP-Abkommen den Verbraucherschutz ebenso wie die Regeln für den Umwelt- und Naturschutz erheblich verschlechtern wird.

Gemeinsam mit der US-Regierung und der EU-Kommission verfassen Konzernvertreter das Freihandelsabkommen hinter verschlossenen Türen; die Öffentlichkeit, die nationalen Parlamente und das EU-Parlament bleiben außen vor. Wesentliche Errungenschaften, die europäische Bürgerinnen und Bürger im Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz erstritten haben, wären bedroht, denn die geplante Angleichung oder gegenseitige Anerkennung von Standards hätte zur Folge, dass sich der jeweils kleinste gemeinsame Nenner durchsetzen würde. Dies würde deutsche und europäische Umwelt- und Verbraucherschutzgesetze aushebeln, so die Befürchtung des BUND. Ob im Bereich der Landwirtschaft, der Chemikalienpolitik oder des Naturschutzes – Vorhaben, die gegenwärtigen Zustände zu verbessern, wären kaum noch durchsetzbar.

Zum Einstieg zeigt der BUND Bergstraße einen Filmbeitrag des Bayerischen Rundfunks. Anschließend berichten Brigitte Rosenberger (Attac Bergstraße), Markus Otten (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen) und Uwe Walther (BUND) über Details zum geplanten Abkommen und die daraus drohenden Gefahren. Auch ein Experte der Europäischen Kommission wird an der Podiumsdiskussion teilnehmen. Parteienvertreter aus der Region wurden eingeladen. Die Besucher haben Gelegenheit, ihre Fragen zum Freihandelsabkommen mit den Referenten zu diskutieren. Im Foyer liegt Informationsmaterial aus. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, um Spenden wird gebeten.