Jetzt kann in Heppenheim der nächste Schritt in Sachen Stadtbus getan werden: Wie der Kreisverband Bergstraße des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) mitteilt, haben die Regionalverbände Starkenburg und Rhein-Neckar des Fahrgastverbands Pro Bahn Zuschussprogramme ausfindig gemacht, die die Stadt Heppenheim zum Einstieg in einen erfolgreicheren Stadtbus nutzen kann. Gemeinsam mit dem BUND Bergstraße schlägt der Fahrgastverband vor, mit der neu gefundenen Finanzierungsoption das Konzept für eine erste Stadtbuslinie erstellen zu lassen. „Die Zeit drängt allerdings“, erklärt Sven Grahner, Sprecher von Pro Bahn mit Nachdruck, „denn Zuschüsse werden nach dem Windhundverfahren vergeben und die Vergabe der Heppenheimer Buslinien-Konzessionen hat bereits begonnen”.

Es gibt gleich zwei Möglichkeiten für Heppenheim

„Die Effizienz und Attraktivität gut geplanter Stadtbus-Systeme hatten die Umweltverbände bereits zum Jahresanfang mit einem Vortrag des Schweizer Verkehrsplaners Willi Hüsler zeigen können. Deutlich wurde auch, dass das Heppenheimer Stadtbuskonzept wesentliche Planungsprinzipien – gerade Streckenführung statt Rundkurs, zentraler Knotenpunkt, Halbstundentakt – missachtet und daher wirtschaftlich auf Abwegen fährt. Für den Einstieg in eine erfolgreichere Neuplanung fehlt es der unter dem kommunalen Schutzschirm stehenden Stadt Heppenheim aber an finanziellen Mitteln. Deswegen hat Pro Bahn nach Abhilfe gesucht und auch gefunden: Mit dem Förderprogramm ‚Aktive Kernbereiche’ des hessischen Umweltministeriums und der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gibt es gleich zwei Möglichkeiten für Heppenheim, einen Zuschuss für das Stadtbuskonzept zu ergattern. Dass der erforderliche Eigenanteil trotz Schutzschirm geleistet werden darf, hat Bürstadt vorgemacht: die Solarmetropole im Ried hat über das Programm ‚Aktive Kernbereiche’ ein Verkehrskonzept erarbeiten lassen“, teilt der BUND Bergstraße mit.

Antrag auf Zuschuss sollte bald gestellt werden

Nach Ansicht des Umweltverbands sollte die Stadt Heppenheim den Antrag auf Zuschuss möglichst bald auf den Weg bringen, um nicht zu spät zu kommen. „Für den Einstieg könnte ein Konzept mit nur einer Stadtbuslinie sinnvoll und trotzdem ausbaufähig sein“, schlägt Guido Carl vom BUND vor, die Stadtbusplanung zunächst überschaubar zu halten und ein Gesamtkonzept für ganz Heppenheim damit stufenweise anzugehen. Gleichzeitig müsse schon auf die Verknüpfung mit den Buslinien geachtet werden, weil die sieben Heppenheimer Buslinien in fünf Busbündel (Odenwald-Mitte, Odenwald-Süd, Ried, Bergstraße und Lampertheim) aufgeteilt sind. „Alle Konzessions-Bündel werden in den nächsten Jahren neu vergeben, das Bündel Odenwald-Mitte bereits im April 2015. Je früher also die Stadtbusplanung beginnt, um so eher können unterstützende Maßnahmen noch in die Konzessionsvergabe einfließen“, so der BUND Bergstraße.

Konzept soll wirtschaftlich erfolgreich werden

Dass das Stadtbuskonzept kommt, davon sind die Verbände Pro Bahn und BUND überzeugt. Beide wollen sich auch weiter in Zusammenarbeit mit der Stadt Heppenheim dafür einsetzen, dass das Konzept mit Hilfe eines Planungsprofis wirtschaftlich erfolgreich wird. An der Finanzierung sollte es beim nächsten Schritt jedenfalls nicht mehr liegen.