Am Samstag, 21. Februar 2015, zeigt die Kreisgruppe Bergstraße im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) im Heppenheimer Saalbau-Kino um 18.00 Uhr zwei Kurzreportagen über die Gefahren, die von Pflanzenschutzmitteln ausgehen. Im Mittelpunkt stehen Pestizide, die das Breitbandherbizid Glyphosat enthalten. Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel. Es wird in der Landwirtschaft, im Weinbau, in Obst- und Christbaumplantagen versprüht. In Deutschland landen jährlich mehr als 7.000 Tonnen auf rund 40 Prozent aller Ackerflächen. Besonders Länder, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, setzen hohe Mengen des Unkrautkillers ein. Über Tierfutter aus Gen-Soja gelangt das Agrargift in hiesige Ställe und damit in Milch, Eier und Fleisch.

“Über die Nahrung können glyphosathaltige Pestizide in den Körper gelangen. Eine vom BUND in 2013 europaweit durchgeführte Studie zur menschlichen Belastung mit Glyphosat hat gezeigt, dass in Deutschland 70 Prozent der untersuchten Urinproben Glyphosat enthielten. Das Unkrautvernichtungsmittel steht im Verdacht, Embryonen zu schädigen und Krebs auszulösen. Auf mit Glyphosat gespritzten Feldern wird Vögeln und Insekten die Nahrungsgrundlage entzogen, die biologische Vielfalt schwindet. Auch die Fruchtbarkeit der Ackerböden nimmt ab, die Felder müssen stärker gedüngt werden”, so der BUND.

Glyphosat: Ende 2015 läuft die EU-Zulassung aus. Kommission und Mitgliedsstaaten entscheiden über Wiederzulassung

Glyphosat wurde 2002 in der EU zugelassen. Inzwischen sind in Deutschland 82 glyphosathaltige Mittel zugelassen, davon 45 für Haus- und Kleingärten. Der BUND kritisiert die Zulassungsverfahren von Pestiziden als industrienah und intransparent. “Meist führen die zuständigen Behörden keine eigenen Sicherheitstests durch, sondern verlassen sich vor allem auf Studien der Hersteller. Da die Firmen die Studien nicht veröffentlichen müssen, können sie nicht durch unabhängige Wissenschaftler überprüft werden. Ende 2015 läuft die EU-Zulassung von Glyphosat aus, Kommission und Mitgliedsstaaten entscheiden über die Wiederzulassung”, teilt der BUND mit.

Nach der Filmvorführung äußern sich Agrarexperten und Politiker zu dem brisanten Thema und beantworten Fragen aus dem Publikum. Es geht auch um die Frage, ob man ohne solche Gifte auskommen kann und was die Politik für einen besseren Schutz von Umwelt und Gesundheit tun kann. Im Foyer des Kinos liegen Info-Material und Unterschriftenlisten aus. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.