Am Samstag, 20. Februar 2016, zeigt die Kreisgruppe Bergstraße im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) im Heppenheimer Saalbau-Kino um 16.00 Uhr zwei Filmbeiträge über Glyphosat, den weltweit meistgebrauchten Unkrautvernichter für Äcker, Gärten, öffentliche Wege und Plätze. „Im Frühjahr 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als ‚wahrscheinlich krebserregend’ eingestuft und sich dabei auf zahlreiche unabhängige, öffentlich zugängliche und nicht von der Industrie finanzierte Studien gestützt. Mitte 2016 wird die EU-Kommission über die erneute Zulassung von Glyphosat entscheiden. Dabei orientiert sie sich am Urteil der Bundesanstalt für Risikobewertung (BfR). Diese Behörde hat bisher alle Hinweise auf die krebserregende Wirkung von Glyphosat ignoriert und sich zu sehr auf geheime, von der Industrie vorgelegte Studien verlassen“, teilt der BUND Bergstraße mit.

„Der Konzern Monsanto vermarktet Glyphosat seit 1974 unter dem Handelsnamen ‚Roundup’. In Deutschland sind 93 glyphosat-haltige Mittel zugelassen, knapp 6.000 Tonnen davon werden jedes Jahr versprüht. Menschen können dem Wirkstoff nicht ausweichen. Der BUND hat nachgewiesen, dass Glyphosat im Urin von Menschen vorkommt, ebenso wurde es in der Muttermilch, in Oberflächengewässern und in den Böden gefunden. Nach der EU-Pestizid-Verordnung ist die Einstufung als ‚krebserregend’ ein Verbotsgrund. Das EU-Vorsorgeprinzip gebietet, dass Zulassungsbehörden bereits dann tätig werden müssen, wenn der letzte Beweis für die Gesundheitsschädlichkeit eines Stoffes noch nicht vorliegt“, so der BUND.

Und der Umweltverband ergänzt: „Die Dokumentation des Westdeutschen Rundfunks ‚Gift im Acker – Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?’ zeigt, wie die Zulassungsverfahren bisher abgelaufen sind, wie die WHO zu den neuen Erkenntnissen kommt und wie das Bundesamt für Risikobewertung darauf reagiert. Ein Kurzbeitrag des Mitteldeutschen Rundfunks enthüllt, wie die deutsche Zulassungsbehörde mit den Ergebnissen verschiedener Krebsstudien zu Glyphosat in der Vergangenheit umgegangen ist.“

Für die Gesprächsrunde nach den Filmen erwarten die Veranstalter Dr. Willi Billau vom Regionalbauernverband Starkenburg e.V. und Bio-Landwirt Karl Bauer, außerdem Bergsträßer Politiker von Bündnis ’90 / Die Grünen, den Linken und den Freien Wählern. Der Eintritt ist frei, der BUND Bergstraße freut sich über Spenden.