biologische Vielfalt

Heimat für Eidechse, Schmetterling & Co.: die Ausgleichsflächen an der Liebermannstraße in der Heidelberger Südstadt. Foto: Stadt Heidelberg

Mehr Schmetterlinge und Blumen, mehr Fledermäuse und Vögel: Die Stadtverwaltung Heidelberg will mit dem Projekt „Stärkung der biologischen Vielfalt im Siedlungsbereich“ der Natur in der Stadt mehr Raum geben. Im Fokus steht die Bestandssicherung vorhandener Populationen, aber auch die Neuansiedlung von Arten. Projektgebiet ist ein Teil der Ausgleichsflächen Bahnstadt sowie Teile der Süd- und Weststadt. Die meisten Flächen dort gehören der Stadt und sind geprägt durch Schul- und Sportgelände sowie Kleingärten und Konversionsflächen.

Verlockungen für Schmetterling & Co. schaffen

Die Stadt will der Artenvielfalt durch gezielte Methoden und Aktionen auf den dortigen Freiflächen und Gärten auf die Sprünge helfen. Kleine Anpassungen bei der Pflege, heimische Wildpflanzen und Blüten sollen Schmetterling & Co. locken. Die Schulen, Vereine sowie Hobbygärtner im Projektgebiet können mitmachen: Schon ein Nistkasten an einem Gebäude oder Baum oder ein kleines Stück Wildblumenwiese bieten Lebensraum. Anstehende Gebäudesanierungen oder -renovierungen könnten in Hinblick auf Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt geplant werden. Im Rahmen des Projektes führt die Stadt Seminare durch und stellt Materialien zur Verfügung, z.B. für den Bau von Nisthilfen und Vogelhäusern oder Saatgut für die Anlage einer Wildblumenwiese.

Mitmachen erwünscht – Stadt informiert Anlieger

Das Kerngebiet des Projektes liegt in etwa zwischen der Speyerer Straße und der Rohrbacher Straße sowie der S-Bahn-Linie im Norden und der Sickingenstraße im Süden. In den kommenden Wochen informiert das Umweltamt die betroffenen (Sport-)Vereine und Kleingartengemeinschaften, Schulen, angrenzende private Grundstücksbesitzer sowie weitere Interessierte über das Vorhaben. Sie alle sollen zum Mitmachen aufgerufen werden. Je mehr Akteure, desto besser.

Interessierte Bürger, Vereine, Schulen, Kitas und Gärtner können sich wenden an:
Maria Romero Martin (Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie)
Telefon 58-1 81 50 oder
maria.romero@heidelberg.de

Hier erhalten Interessierte Informationen zum Projekt und können eigene Ideen einbringen. Das Projekt läuft bis Ende Mai 2019. Das Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie der Stadt Heidelberg widmet sich derzeit den Bestandskartierungen. Gemeinsam mit dem BUND und NABU verschaffen sich die Experten einen Überblick über Flora und Fauna. Ab Ende 2016 und in 2017 sollen dann konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

Ausgleichsflächen Bahnstadt: beste Voraussetzungen für die Artenvielfalt

Auf den Ausgleichsflächen Bahnstadt Richtung Weststadt und Südstadt hat die Stadt schon vor einigen Jahren beste Voraussetzungen für die Artenvielfalt geschaffen. Es sind Sand-, Splitt- und Schotterflächen entstanden; an der Liebermannstraße ist das Gelände zu einer Sanddüne modelliert. Die stillgelegten Gleisanlagen sind z.B. Heimat von streng geschützten Mauer- und Zauneidechsen aus der Bahnstadt.

Es handelt sich bei „Urban NBS: Städtische Grünstrukturen für biologische Vielfalt – Integrierte Strategien und Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität in Städten“ um ein gemeinsames Forschungsverbundvorhaben, an dem das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. (IÖR), das Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) und die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) sowie als Praxispartner die Städte Bielefeld und Heidelberg beteiligt sind. Das Projekt wird im Rahmen der gemeinsamen Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) „Forschung zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie“ und im BMUB durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert.

Das Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie der Stadt Heidelberg möchte mit dem Teilprojekt „Stärkung der biologischen Vielfalt im Siedlungsbereich“ den bestehenden Artenschutzplan, welcher aktuell nur Aktivitäten im Außenbereich vorsieht, um ein Schwerpunktgebiet im besiedelten Bereich ergänzen.