Seit über 20 Jahren setzt sich in Heidelberg die Johannes-Gutenberg-Schule dafür ein, das Energiebewusstsein und umweltverträgliche Handeln ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern. Für ihr vorbildliches Umweltmanagement-System ist die Heidelberger Berufsschule jetzt zum zweiten Mal nach dem „Eco-Management and Audit Scheme“ (EMAS) der Europäischen Union ausgezeichnet worden. Die Johannes-Gutenberg-Schule, eine gewerbliche und landwirtschaftliche Berufsschule, ist seit 2009 mit dem EMAS-Logo ausgezeichnet und seit über 20 Jahren eine aktive E-Team-Schule.

Anlässlich der EMAS-Revalidierung informierten sich am 15. April 2016 Bürgermeister Wolfgang Erichson, Sabine Lachenicht (Leiterin des städtischen Amtes für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie) und Kristina Wetzel (Leiterin des städtischen Agenda-Büros) vor Ort. Bei einer Begehung erläuterten Schulleiter Martin Schmidt und die Mitglieder des Umweltmanagement-Teams der Schule ihre Umwelt- und Klimaschutzaktivitäten.

Umwelt- und Klimaschutz in Theorie und Praxis

Die Sonnenkollektoren auf dem Schuldach z.B. sind nicht nur zum Üben für die Anlagenmechaniker da – sie liefern gleichzeitig das warme Wasser für die Praxisräume der angehenden Friseurinnen und Friseure. Weitere umweltfreundliche Energie produziert die Photovoltaikanlage. Viel Wert legt die Schule zudem darauf, den Nachhaltigkeitsgedanken zu vermitteln. Zum Schuljahresbeginn erhalten alle Schüler Informationen zum Thema Umweltschutz, die von den Klassenlehrern mit den Schülern besprochen werden.

Zum Thema Mobilität ist im Mathematikunterricht des zweijährigen Berufskollegs für Biotechnologische Assistenten während der Datenermittlung zur Umweltbelastung durch Verkehr die Idee für eine Mitfahr-App entstanden. Daraus hat sich das Schülerprojekt entwickelt, Fahrgemeinschaften zu bilden. Auf diese Weise wird die Umweltbelastung durch die An- und Abfahrt zur Schule reduziert. Darüber hinaus werden Umwelt- und Klimaschutz im Unterricht und in Schülerprojekten thematisiert. In den Umweltleitlinien der Schule sind Handlungsgrundsätze für eine nachhaltige und umweltorientierte Entwicklung festgelegt. Als einzige Schule unter rund 130 Betrieben nimmt die Johannes-Gutenberg-Schule an dem städtischen Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ teil.

An der Johannes-Gutenberg-Schule werden rund 1.650 Schülerinnen und Schüler – davon rund 75 Prozent im gewerblichen Bereich und etwa 25 Prozent im agrarwirtschaftlichen Bereich – von etwa 100 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Die Schule bereitet auf folgende Berufe vor: Anlagenmechaniker für Versorgungstechnik, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Bäcker, Bauzeichner, Drucker, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Florist, Fotograf, Friseur, Gärtner, Konditor, Landwirt, Maler und Lackierer, Mediengestalter für Digital- und Printmedien.

Hintergrund-Infos: EMAS

EMAS, das „Eco-Management and Audit Scheme“, ist ein von der EU entwickeltes System für nachhaltiges Umweltmanagement in Unternehmen, Behörden, Schulen und sonstigen Organisationen. Die teilnehmenden Einrichtungen verpflichten sich, ihre Auswirkungen auf die Umwelt systematisch zu untersuchen und – wo möglich – zu verbessern. In Umwelterklärungen, die von einem unabhängigen Umweltgutachter überprüft werden, berichten sie über die Umsetzung ihrer Umweltziele. In Heidelberg sind neben der Johannes-Gutenberg-Schule drei weitere Schulen mit dem EMAS-Logo ausgezeichnet worden: die Albert-Schweitzer-Schule, die Internationale Gesamtschule Heidelberg und die Landhausschule.