Wanderfalken

V.r.: Heidelbergs OB Dr. Eckart Würzner überreichte Naturschutzwart Hans-Martin Gäng stellvertretend für die Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt die Auszeichnung. Mit auf dem Bild: Dr. Marlene Schwöbel-Hug, Dekanin der Evangelischen Kirche in Heidelberg, Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Leiter des städtischen Umweltamts, und Naturschutzwart Michael Preusch. Foto: Rothe

Wanderfalken galten in der Kurpfalz fast 50 Jahre lang als ausgestorben. Ein Nistkasten im Kirchturm der Heidelberger Heiliggeist-Kirche konnte den Bestand retten. Eingerichtet hat ihn Hans-Martin Gäng, Naturschutzwart und ehemaliger Rektor der Geschwister-Scholl-Schule, gemeinsam mit einer Gruppe aus Schülerinnen, Schülern und Lehrern. Das Projekt „Natürliche Wiederansiedlung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ wurde jetzt als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt.

Die Auszeichnung wird an Initiativen verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Seit der Installation des Nistkastens 1999 sind in jedem Frühjahr Wanderfalken nach Heidelberg gekommen, um zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Die Bilanz: insgesamt fast 50 Nachkommen in 15 Jahren. Mithilfe einer Video-Übertragung ins Foyer des Heidelberger Rathauses und auf die Webseite www.ag-wanderfalken.de können zudem Interessierte die Brut und Aufzucht der Jungen mitverfolgen. In vielen weiteren Städten, darunter Zürich, Rom und London, fand das Projekt Nachahmer.

Das städtische Umweltamt, die Pfarrgemeinde Heiliggeist-Kirche, die Evangelische Stiftung Pflege Schönau und die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz Baden-Württemberg haben das Projekt von Anfang an unterstützt. Seit 2007 wird es unter Federführung des NABU Heidelberg (AK Greifvögel) organisiert. Zuvor hatten sich Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule regelmäßig um die Instandhaltung des drei Kubikmeter großen Nistkastens gekümmert und sich auf diese Weise intensiv mit dem Schutz einer bedrohten Tierart beschäftigt.

Vorbildliches Engagement zum Schutz der biologischen Vielfalt

Die UN-Dekade Biologische Vielfalt wurde von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 – 2020 ausgerufen. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Der fortlaufende Wettbewerb, bei dem das Projekt „Natürliche Wiederansiedlung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ überzeugte, wird von der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit Sitz in Osnabrück ausgerichtet. Eine Jury, der u.a. Vertreter des Bundesumweltamts und des Deutschen Naturschutzbundes angehören, entscheidet etwa halbjährlich über die Qualität der eingereichten Projekte.