Wer den Kontakt mit anderen Menschen meidet, weil er ständig fürchtet, sich zu blamieren, abgelehnt oder kritisiert zu werden, leidet unter „sozialer Angst” – einer häufigen psychischen Erkrankung, die Beruf und Alltag zur Qual macht. Welche Therapieform den Betroffenen am besten hilft, untersuchen Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg in einer vergleichenden Studie. Dafür suchen sie Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die an sozialer Angst leiden oder es vermuten. Die Kosten der rund fünf Monate dauernden Behandlung übernehmen die Krankenkassen. Es können noch freie Plätze für die ambulante Therapie ab 2015 angeboten werden.

Teilnehmen kann, wer sich aktuell nicht anderweitig in psychotherapeutischer Behandlung befindet und weder alkohol- noch drogenabhängig ist. Teilnehmer sollten an einer zuverlässigen Mitarbeit an der Studie interessiert sein. Dazu gehören der regelmäßige Besuch der Sitzungen und das Ausfüllen von Fragebögen.

Angst sich zu blamieren, macht Kontakte zu anderen Menschen zur Qual

Soziale Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung. Betroffene leiden unter der ausgeprägten Angst, sich peinlich zu verhalten, unangenehm aufzufallen oder eine ungenügende Leistung zu zeigen – sei es bei Vorstellungsrunden, Referaten oder der Projektpräsentation vor Kollegen, beim Ansprechen oder Anrufen fremder Personen, beim Essen im Restaurant oder bei einer Unterhaltung im privaten Kreis. Sie versuchen daher häufig, solche Situationen zu vermeiden. Die Angst beeinträchtigt Privat- und Berufsleben enorm.

Psychotherapie der Sozialen Angststörung hat gute Erfolgschancen

Es gibt allerdings Hilfe: Eine Psychotherapie der Sozialen Angststörung hat gute Erfolgschancen. In der aktuell gestarteten Studie vergleichen die Heidelberger Wissenschaftler daher zwei bewährte Therapierichtungen auf ihre Wirkungen hin: die Systemische Therapie und die Kognitive Verhaltenstherapie. Die Kognitive Verhaltenstherapie beschäftigt sich mit individuellen Verhaltensweisen, Einstellungen, Gedanken und Bewertungen, die Einfluss auf Entstehung und Aufrechterhaltung der Angststörung haben können. Ziel ist es, in diesen Bereichen heilsame Veränderungen anzustoßen. Die Systemische Therapie nimmt vor allem das zwischenmenschliche Erleben im sozialen Umfeld der Betroffenen in den Blick. Dabei geht es um die Beziehungen zu Lebenspartner, Familie, Freunden oder Kollegen, den Beitrag dieser Beziehungen zum Auftreten der sozialen Angst und darum, Lösungswege zu erarbeiten. Bei beiden Therapieformen erhalten die Studienteilnehmer Veränderungsimpulse für den Umgang mit und zur Bewältigung ihrer sozialen Angst.

Interessenten können sich an das Studienbüro wenden. Bei einem ersten Telefongespräch wird gemeinsam geklärt, ob in dieser Studie ein passendes Therapieangebot für sie gemacht werden kann.

Anmeldung und weitere Informationen:
Telefon 0 62 21/56-81 43 (Di 9.00 – 12.00 Uhr und Mi 14.00 – 17.00 Uhr)
sopho.pt@med.uni-heidelberg.de