Eike Martin

Prof. Dr. Eike Martin, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie Heidelberg, spricht am 25. September in der Vortragsreihe „Medizin am Abend“. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Eine der Sternstunden der Medizin ereignete sich am 16. Oktober 1846: Mit Hilfe von Ätherdämpfen gelang dem Bostoner Zahnarzt William Morton die erste schmerzfreie Entfernung eines vereiterten Backenzahnes. Mehr als 150 Jahre später ist Äther nach wie vor im Einsatz, doch hat die Anästhesie mittlerweile eine große Vielfalt an Betäubungsformen entwickelt, die gewährleisten, dass der Patient operative Eingriffe ohne Schmerzen übersteht.

„Von der Äthernarkose bis zur Akupunktur: Moderne Anästhesie ist sicher und schonend“, lautet der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Eike Martin, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie, in der Vortragsreihe „Medizin am Abend“. Das Universitätsklinikum Heidelberg lädt alle Interessierten am 25. September 2013 (19.00 Uhr) in den Hörsaal der Kopfklinik zu dem Vortrag und danach zu Gesprächen bei einem Umtrunk und Imbiss ein. „Vor einer Narkose braucht heute kein Patient Angst zu haben“, sagt Prof. Martin. „Moderne Narkosemittel werden individuell nach Alter, Erkrankung und Zustand des Patienten eingesetzt und sind sehr sicher.“ Nur die moderne Anästhesie ermöglicht schwierige Eingriffe, auch bei älteren und schwerkranken Patienten. Vor der Operation sieht der Anästhesist den Patienten, plant und erklärt ihm die Form der Betäubung, die häufig auf eine Allgemeinnarkose verzichten kann und nur die betroffene Körperregion schmerzfrei macht. Nach der Operation ist die Tätigkeit des Anästhesisten noch nicht beendet, denn er betreut die Patienten gemeinsam mit Chirurgen auf der Intensiv- oder Normalstation und kümmert sich darum, dass er keine Schmerzen hat.

Und welche Rolle spielen alternative Narkoseformen wie die Akupunktur? „In der Schmerztherapie haben sie ihren Platz, bei der Narkose im Operationssaal haben sie sich nicht durchgesetzt“, sagt Prof. Martin. In der Geburtsheilkunde hätten sich durchaus positive Effekte gezeigt, wie Studien an seiner Klinik gezeigt hätten. Allerdings sei eine besondere Expertise und besonderes Engagement des Anästhesisten dazu erforderlich.