Betriebsabläufe optimieren, Energie und bares Geld sparen: Mit Erfolg haben 12 Heidelberger Unternehmen am Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ teilgenommen und wurden bei der Prämierungsveranstaltung am 24. März 2014 im Theater Heidelberg ausgezeichnet. „Die teilnehmenden Betriebe haben nicht nur Kosten eingespart, sondern sich aktiv für den Klimaschutz eingesetzt. Unser Projekt ,Nachhaltiges Wirtschaften‘ hat mit einem Netzwerk aus zurzeit über 100 Unternehmen landesweit Vorbildcharakter“, betonte Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner. Gemeinsam mit Ministerialdirigent Martin Eggstein und dem Schriesheimer Bürgermeister Hansjörg Höfer zeichnete er die Projektteilnehmer mit einem Zertifikat aus. Vorgestellt wurden die Teilnehmer und ihre Maßnahmen von Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, projektverantwortlicher Leiter des Amts für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie.

Seit Beginn des Projekts in 2001 haben sich 114 Betriebe mit mehr als 8.000 Beschäftigten beteiligt. Die jüngste Datenerhebung für die ersten zehn Phasen ergab eine jährliche CO2-Einsparung von fast 2.000 Tonnen. Dies entspricht der CO2-Menge, die für den Stromverbrauch von über 700 Vier-Personen-Haushalten erzeugt wird. Die Betriebskosten konnten um insgesamt knapp eine Million Euro jährlich gesenkt werden.

Zur elften Prämierungsveranstaltung waren rund 150 Gäste gekommen. Zwei der 12 ausgezeichneten Unternehmen hatten bereits in der Vergangenheit an dem Projekt teilgenommen und konnten sich über eine Revalidierung freuen. Diesmal waren insgesamt fast 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligt. Auch in 2014 wurde das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „ECOfit“ gefördert.

Vielfältige Maßnahmen

„Das Netzwerk ,Nachhaltiges Wirtschaften‘ vereint eine große Vielfalt an Unternehmen“, betonte Umweltamtsleiter Dr. Zirkwitz. „Jeder Teilnehmer findet ganz individuelle Lösungen für ein effizientes Umweltmanagement. Der Ideenreichtum ist beeindruckend.“ Nach Betriebsbegehungen mit Experten der Gesellschaft für Arbeitssicherheit, Qualitäts- und Umweltmanagement GmbH (Arqum) und der KliBA (Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar gGmbH) wähle jeder Betrieb, jede Institution die für ihn passenden Maßnahmen aus.

Diese reichen von kleinen Verhaltensänderungen im Arbeitsalltag bis hin zu größeren Investitionen in eine energiesparende Technik: Der Zentralbereich Neuenheimer Feld der Universität Heidelberg z.B. baute das elektronische Zählerwerk weiter aus, optimierte Nutzungszeiten von Lüftern und leitete Sanierungsschritte ein. Das Thermalbad spart im Jahr durch den Einsatz von hocheffizienten Pumpen 15 – 20 Prozent Strom ein. Der Möbelhersteller Bel Mondo plant die Sanierung der Schaufensterfront unter energetischen Gesichtspunkten. Die Firma Treiber Trays spart Energie durch den Austausch der Druckluft-Kompressoren ein und plant, die anfallenden Holzreste in einem eigenen Blockheizkraftwerk energetisch zu nutzen.

Hintergrund-Info:

Ziel des städtischen Projekts „Nachhaltiges Wirtschaften“ ist es, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems zu unterstützen. Seit 2001 beraten städtische und externe Experten die Teilnehmer und zeigen, wie Betriebsabläufe optimiert, Energiekosten gesenkt und somit auch bares Geld gespart werden können. Mit Unterstützung der Stadt entwickeln die Betriebe eine Unternehmenskultur, die ökonomischen Erfolg, umweltfreundliche Produktion und soziale Verantwortung als gleichberechtigte Säulen des Wirtschaftens betrachtet. Die Projektteilnehmer formulieren ein Umweltprogramm mit Verbesserungsmaßnahmen und werden bei der Umsetzung beratend begleitet. Inzwischen ist ein Netzwerk aus engagierten Unternehmern entstanden, die sich untereinander in Arbeitskreistreffen und mit Vertretern der Verwaltung austauschen. Dazu gehören Handwerksbetriebe, Dienstleistungsunternehmen, soziale und städtische Einrichtungen.

Eine Kommission begleitet das Projekt und entscheidet als Jury über die Prämierungswürdigkeit der Betriebe. Neben Verbänden (IHK, Kreishandwerkerschaft, BUND), dem Umweltkompetenz-Netzwerk UKOM e.V., Forschungseinrichtungen (IUWA) und den Heidelberger Stadtwerken sind auch weltweit agierende Firmen der Region vertreten, die ein zertifiziertes Umweltmanagement nach EMAS oder ISO 14.001 ff betreiben.