Am Samstag, 13. Dezember 2014, sind Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und ihre Angehörigen zu einem Informationstag der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg eingeladen. Von 10.00 – 14.00 Uhr geben renommierte MS-Experten einen Überblick über den Stellenwert der Magnetresonanztomographie des Kopfes für Diagnose und Verlaufsbeurteilung der Erkrankung. Sie stellen aktuelle Therapiemöglichkeiten bei akuter Krankheitsaktivität vor und geben Tipps zur Auswahl der Medikamente für die Langzeitbehandlung. Weiteres Thema sind neue Erkenntnisse, wie die Ernährung die MS beeinflussen kann. Referenten und Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Amsel e.V.” stellen sich zwischen und nach den Vorträgen den Fragen der Besucher. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet im Großen Hörsaal der Kopfklinik (Im Neuenheimer Feld 400) in Heidelberg statt. Für Rollstuhlfahrer sind barrierefrei erreichbare Plätze im vorderen Bereich des Hörsaals reserviert.

Wie können Patienten aktiv und als kompetente Gesprächspartner für den behandelnden Arzt Einfluss auf die Therapiewahl nehmen? Das ist angesichts der immer komplexeren Behandlungsmöglichkeiten, die auch diverse Nebenwirkungen und Risiken für den Patienten mit sich bringen können, eine zentrale Frage für die Betroffenen. Beim Patiententag soll daher diskutiert werden, wo Patienten geeignetes Informationsmaterial finden, ihr Wissen über die Erkrankung schulen, an wen sie sich mit Fragen wenden und wie sie den Austausch mit ihrem Arzt optimal gestalten können.

Neue entzündungshemmende und schützende Medikamente

Neuigkeiten gibt es im Bereich der medikamentösen Therapie: Nachdem 2011 bereits das erste Medikament in Tablettenform zugelassen wurde, stehen nun zwei weitere Wirkstoffe, die oral eingenommen werden können, zur Verfügung. Auch ein weiterer hochwirksamer monoklonaler Antikörper wurde für die Behandlung der schubförmigen MS zugelassen. Bereits bekannte und seit langem etablierte Substanzen sind in modifizierter Form, die eine vereinfachte Verabreichung ermöglichen, erhältlich. Die zahlreichen verfügbaren Wirkstoffe greifen an unterschiedlichen Stellen am Immunsystem an und unterdrücken Entzündungen. Die hiermit verbundenen Nebenwirkungen erfordern große Sorgfalt in der klinischen und laborchemischen Überwachung. Eine optimale Kommunikation zwischen Patient und Arzt ist enorm wichtig, um unerwarteten Vorkommnissen vorzubeugen und Risiken rechtzeitig zu erkennen.

Deutschlandweit leiden rund 120.000 Menschen an Multipler Sklerose. Bei dieser Autoimmunerkrankung greifen körpereigene Immunzellen gesundes Nervengewebe an und zerstören es schließlich. Häufig verursacht MS bereits in jungen Jahren bleibende Nervenschäden und Behinderungen. Bislang stehen Medikamente zur Verfügung, die Krankheitsschübe dämpfen, aber nicht heilen können. Am Universitätsklinikum Heidelberg werden MS-Patienten in einer speziellen neuroimmunologischen Ambulanz – von der Deutschen Gesellschaft für Multiple Sklerose (DMSG) als „anerkanntes MS-Zentrum” ausgewiesen – fächerübergreifend betreut.

Informationen zum Programm:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/neurologie/pdf_downloads/141112NEU_SS_FL_MS-Patiententag_ID17744.pdf