Die Obstblüte ist in 2015 gut verlaufen; die meisten Obstgehölze haben reichlich Früchte angesetzt. Die Freude darüber wird zur Erntezeit manchmal getrübt, da die Früchte klein geblieben sind, die Äpfel keine roten Backen bekommen haben und dazu noch fade schmecken. Die Erklärung ist ganz einfach: Es waren zu viele Früchte am Baum, er konnte sie nicht ausreichend ernähren – obwohl durch natürliche Fruchtfallperioden sich das Gehölz „geputzt“ hat. Zudem ist im folgenden Jahr der Blütenansatz oft schlecht. Diese sogenannte „Alternanz“ ist ausgeprägt beim Kernobst, aber auch beim Steinobst.

Bei Apfel und Birne

Was kann der Gärtner tun? Er kann ausdünnen, das heißt: Die Früchte nach Abschluss der natürlichen Fruchtfallperioden vereinzeln. Bei Apfel und Birne werden die kleineren, beschädigten oder stark beschatteten Jungfrüchte nach dem sogenannten Junifall mit einer Schere weggeschnitten, so dass auf 10 – 15 gesunde Blätter noch eine Frucht bleibt. Blätter an einjährigen Langtrieben werden nicht gezählt.

Pflaume, Zwetschge, Pfirsich und Aprikose

Bei Pflaumen und Zwetschgen braucht man nicht so wählerisch zu sein: Hier genügt es, einen Teil der Früchte per Hand abzustreifen, damit nicht mehr als 25 – 30 Früchte pro laufendem Meter Fruchtholz verbleiben. Hier kann man sofort loslegen. Ausreichend Zwischenraum, etwa handbreit, brauchen Pfirsiche und Aprikosen. Die Früchte sollen sich bei zunehmendem Wachstum nicht abdrücken oder reiben, was zu Fäulnis führen kann. Hier dünnt man aus, wenn die Jungfrüchte in etwa die Größe einer Walnuss erreicht haben.

Keine Angst! Der Fruchtertrag wird kaum vermindert, die verbleibenden Früchte werden dicker. Darüber hinaus färben sie schöner aus, schmecken besser und haben mehr gesunde Inhaltsstoffe. Gefördert wird das Wachstum der Früchte zusätzlich, wenn man in Trockenperioden die Pflanzen mit Wasser versorgt und das Blatt gesund erhält.

Erdbeere, Traube und Brombeere

Neben Wassergaben sind noch andere Arbeiten zu leisten: In Erdbeeren Stroh einbringen, Formierungs- und Bindearbeiten bei Trauben und Brombeeren vornehmen, Baumscheiben unkrautfrei halten (hier hilft auch eine Mulchschicht oder Vlies), auf Blattläuse und andere Schädlinge kontrollieren, Infektionsperioden von Schorf und Mehltau beachten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.

Weitere Informationen gibt es bei der Obstbauberatung beim Landschafts- und Forstamt der Stadt Heidelberg:
Telefon 0 62 21/58-2 80 00