Universitäts-Hautklinik Heidelberg

Die Universitäts-Hautklinik Heidelberg lädt am 11. Juni 2016 zum „Tag der offenen Tür“ ein. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Am Samstag, 11. Juni 2016, öffnet die Universitäts-Hautklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 440, von 9.00 – 13.30 Uhr ihre Türen für die interessierte Bevölkerung. Das Ärzteteam stellt in Kurzvorträgen das umfangreiche Behandlungsspektrum der Klinik vor und informiert über verschiedene Erkrankungen der Haut sowie Venenleiden. Themen sind u.a. Hautkrebs, Vorbeugung und Therapie, ein neues Behandlungsverfahren bei Krampfadern, chronische Wunden, Neurodermitis, Schuppenflechte und HIV. Im Anschluss beantworten die Experten die Fragen der Zuhörer. Im Rahmen von Führungen bietet sich die Gelegenheit, Ambulanzen und Behandlungsräume zu besichtigen.

Als besonderen Service bieten niedergelassene Hautärzte aus der Region gemeinsam mit den Ärzten der Universitäts-Hautklinik eine kostenlose Untersuchung einzelner Muttermale und Pigmentflecken an. Zudem können die Besucher dem Klinikapotheker bei der Herstellung von Salben über die Schulter schauen. Die Vorträge finden im Hörsaal im EG der neuen Universitäts-Frauen- und Hautklinik statt. Der Eingang zum Lehrtrakt befindet sich auf der rechten Seite des Gebäudes (HeiCuMed-Eingang) und ist ausgeschildert. Die Klinikführungen starten an der Leitstelle der Hautklinik im ersten Stock, zu erreichen über das große Eingangsfoyer.

Immuntherapie bei gestreutem Hautkrebs erhöht Chancen auf längeres Überleben

Ein Schwerpunktthema ist Hautkrebs. „Insbesondere der schwarze Hautkrebs, das Melanom, nimmt in seiner Häufigkeit so rasant zu wie kein anderer bösartiger Tumor”, erklärt Prof. Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg. „Das liegt unter anderem daran, dass wir unsere Haut stärker und häufiger als früher der Sonne und damit dem UV-Licht aussetzen.” Wichtig ist daher die Früherkennung durch ein regelmäßiges Haut-Screening. Die Vorsorgeuntersuchung ist ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Kassenleistung.

„Früh entdeckt, ist Hautkrebs gut zu behandeln. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn er bereits gestreut hat, kann er jedoch sehr gefährlich werden”, so Enk. Für diese Patienten gibt es seit Kurzem neue Therapiekonzepte, die der Experte beim „Tag der offenen Tür“ vorstellen wird: Zum Einsatz kommen sogenannte Antikörper, künstlich hergestellte Immuneiweiße, die das körpereigene Immunsystem bei der Zerstörung der Krebszellen unterstützen. „Diese Immuntherapien erhöhen erstmals die Chancen für ein längeres Überleben deutlich. Das gibt Anlass zur Hoffnung”, sagt der Dermatologe. Die neuen Therapien werden am Hauttumorzentrum der Universitäts-Hautklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) regulär als auch im Rahmen von Studien angeboten.

Gewebekleber verschließt Krampfadern effektiv

Ein weiteres Thema der Informationsveranstaltung sind Krampfadern – nicht nur harmlose Schönheitsfehler, sondern häufig Anzeichen eines tiefen Venenleidens. Durch rechtzeitige Behandlung lassen sich Komplikationen wie juckende Hautveränderungen oder ein „offenes Bein” verhindern. In der Heidelberger Hautklinik stehen dafür schonende, minimal-invasive Therapiemethoden z.B. mit Radiowellen zur Verfügung. Seit 2015 wird die Versiegelung der Krampfadern mit einem „Gewebekleber” angeboten. Solche Kleber aus Cyanoacrylat sind sehr gut verträglich und werden schon lange in der Chirurgie eingesetzt.

Für die Behandlung der sogenannten Stammvarikose – einer Aufweitung der großen, oberflächennahen Venen in den Beinen – führen die Ärzte unter lokaler Betäubung einen dünnen Katheter in die defekten Gefäße ein. „Über diesen Katheter füllen wir an mehreren Stellen entlang der Vene kleine Mengen des Klebers ein”, so Oberarzt Dr. Georg Haus, Leiter des Funktionsbereichs Phlebologie. Dieser Kleber verschließt die Krampfader dauerhaft, sie vernarbt anschließend und wird abgebaut. Der Patient kann die Klinik kurz nach dem ambulanten Eingriff bereits wieder verlassen. Derzeit übernehmen nur die privaten Kassen den Eingriff, gesetzlich Versicherte können eine Kostenübernahme durch ihre Versicherung aber in der Regel im Vorfeld beantragen.

Schuppenflechte: Neue Medikamente wirken erstmals bei nahezu jedem Patienten

Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) wirken Medikamente der neusten Generation erstmals bei nahezu jedem Patienten, bei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen. „Bei den bisher verfügbaren Wirkstoffen variiert der Behandlungserfolg teils sehr stark: Was dem einen hilft, schlägt beim nächsten Patienten gar nicht an – eine Geduldsprobe für Patienten und Ärzte, bis die passende Therapieform gefunden ist”, so Prof. Dr. Knut Schäkel, Leitender Oberarzt. Anders bei zwei neuen Medikamenten, die 2015 zugelassen wurden: Ihre Ansprechrate erreicht fast 100 Prozent. „Wir können nun Patienten mit wenig erfolgreichen Therapien auf diese neuen Präparate umstellen”, sagt Schäkel. Die Wirkstoffe aus der Gruppe der Biologika, synthetisch hergestellten Molekülen, die direkt das Immunsystem beeinflussen, sind insgesamt gut verträglich und wirken bei den neueren Präparaten auch in größeren Behandlungsintervallen (z.B. eine Behandlung pro Monat).

Programm und weitere Informationen:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/VK/2016/2_Apr_Jun/Flyer_Tag_der_offenen_Tuer_Hautklinik_11062016.pdf