Wie können psychische und psychosomatische Erkrankungen am Arbeitsplatz verhindert werden? Zu einem Diskussionsforum unter der Schirmherrschaft der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am 7. Mai 2014 (14.00 – 17.00 Uhr) lädt das Kompetenzzentrum „Prävention psychischer und psychosomatischer Störungen in der Arbeits- und Ausbildungswelt” in die Alte Aula der Universität Heidelberg ein. Im neuen Kompetenzzentrum arbeiten Psychiater, Psychosomatiker, Kinder- und Jugendpsychiater, Sozialmediziner und Gesundheitsökonomen aller fünf Medizinischen Fakultäten des Landes Baden-Württemberg zusammen. Die Tagung wird organisiert vom Zentrum für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg, das auch die Federführung beim Kompetenzzentrum hat. Eingeladen sind Angehörige von Berufsgruppen, die sich mit diesen Problemen auseinandersetzen. Auch Journalisten sind sehr willkommen!

Psychische Erkrankungen sind immer häufiger für Arbeitsunfähigkeit verantwortlich und mit rund 40 Prozent Hauptursache für Frühberentungen. Der Leidensdruck und der Verlust an Lebensqualität sind dabei erheblich. Dies spiegelt auch die Diskussion um das Burn-out-Syndrom wider, die in den Medien geführt wird. „Die Anforderungen an Schüler, Studenten und die Arbeitnehmer haben sich erhöht”, erklärt Prof. Dr. Sabine Herpertz, Ärztliche Direktorin der Psychiatrischen Universitätsklinik des Zentrums für Psychosoziale Medizin Heidelberg.

Stressprävention bei Jugendlichen und im Pflegealltag

Im Mittelpunkt der Heidelberger Tagung steht die Stressprävention bei Jugendlichen und bei Angehörigen von Pflegeberufen. Einen Blick über die Grenzen vermittelt ein Vortrag zu dem dänischen „Return-to-Work” Programm. Eine Podiumsdiskussion, u.a. mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, Hubert Seiter, dem Pflegedirektor des Universitätsklinikums Heidelberg und führenden Vertretern der Renten- und Unfallversicherung, wird die Aspekte der Prävention und ihrer Umsetzung von unterschiedlichen Seiten beleuchten. „Gemeinsam mit den anderen Fakultäten hat das Kompetenzzentrum drei Ziele formuliert”, sagt Prof. Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatik und Direktor des Zentrums für Psychosoziale Medizin:

  1. Angehörige von Gesundheitsberufen und Führungskräfte in der Lern- und Arbeitswelt sollen angeleitet werden, in ihren Bereichen Präventionsprogramme zu entwickeln.
  2. Für Vorbelastete sollen Projekte gefunden werden, die den Rückfall möglichst verhindern.
  3. Die Prävention soll fest im Land an den Medizinischen Fakultäten etabliert werden.

So soll eine Struktur für Baden-Württemberg geschaffen werden, die das Thema Prävention an den Medizinischen Fakultäten etabliert und ihr den Stellenwert verschafft, der ihr angesichts der besorgniserregenden gesellschaftlichen Entwicklungen zukommt. Die Veranstaltung ist bei der Ärztekammer als Fortbildung akkreditiert.

Anmeldung für die Tagung unter:
diskussionsforum@med.uni-heidelberg.de