SWH Preis für Beleuchtung

Bei der Preisverleihung in Lyon: Rainer Herb, Projektleiter, und Rainer Schweikart (beide Stadtwerke Heidelberg), Britta Hölzemann (Redakteurin der Zeitschrift Licht und Jurymitglied) sowie Mathias Schütte (Fa. Schréder). Foto: Stadtwerke Heidelberg

Am 7. Dezember 2013 erhielten die Stadtwerke Heidelberg Umwelt beim Light Festival in Lyon (Frankreich) im Rahmen des internationalen Auroralia Awards 2013 für ihr Straßenbeleuchtungssystem in Heidelberg-Bahnstadt den Sonderpreis als herausragende Initiative für eine nachhaltige städtische Beleuchtung. Das Projekt wurde von einer unabhängigen, internationalen Jury von Fachjournalisten unter 26 Städten weltweit ausgewählt. Kriterien für die Auswahl waren u.a. niedrige Kohlendioxid-Emissionen, der beispielhafte Charakter des Projektes und seine gelungene Einbettung in ein klimaorientiertes Gesamtkonzept.

Heidelberg-Bahnstadt hat nicht nur als eine der größten Passivhaussiedlungen weltweit Vorbildcharakter, sondern auch wegen seines innovativen Versorgungskonzeptes. Ein Baustein darin ist die Straßenbeleuchtung, die nun im Auroralia Award ausgezeichnet wurde. Die hohe Energie- und Materialeffizienz, die ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung der Juroren war, ist auf zwei Besonderheiten des Systems zurückzuführen: Zum einen setzen die Stadtwerke Heidelberg ausschließlich auf LED-Leuchten. „Damit sparen wir bis zu 60 Prozent gegenüber den herkömmlichen Halogen-Metalldampflampen ein”, berichtet Peter Erb, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Umwelt. Zum anderen gewinnt die Beleuchtung durch ein Telemanagementsystem weiter an Effizienz: Mit diesem Steuerungssystem wird die Beleuchtung an das Nutzungsprofil in Heidelberg-Bahnstadt angepasst und auf den tatsächlichen Bedarf gedimmt.

„Bei üblichen Beleuchtungssystemen kann man sich nur zwischen einzelnen Helligkeitsstufen entscheiden. In der Regel wird man aus Sicherheitsgründen die höhere Stufe wählen – und damit unnötig Licht bzw. Energie in die Umgebung freisetzen”, sagt Projektleiter Rainer Herb von den Stadtwerken Heidelberg. „Das Telemanagementsystem der Firma Schréder ermöglicht es uns, dass wir genau den Lichtbedarf einstellen, den wir auch brauchen”, erläutert Erb. Damit kann das Beleuchtungssystem weitere 60 Prozent Energie einsparen, so dass das Beleuchtungssystem in der Bahnstadt insgesamt eine Energieeinsparung und eine Kohlendioxid-Minderung von 75 Prozent gegenüber herkömmlichen Alternativen erreicht.

Auch für die Bewohner hat das System viele Vorteile: Denn das Telemanagementsystem lässt auch eine Anpassung an besondere Ereignisse zu. „Wenn beispielsweise ein Straßenfest oder ein anderes Event stattfindet, können wir die Beleuchtung individuell regeln”, berichtet Herb. Die Systeme sind darüber hinaus so ausgerichtet, dass sie den Nachtraum so gut wie möglich vor einer unnötigen Aufhellung schützen. „Das erreichen wir, indem alle Leuchten ausschließlich nach unten gerichtet sind”, erläutert Peter Erb. „Außerdem haben wir uns in den Wohnstraßen für warmes, freundliches Licht entschieden, während wir in den Hauptachsen auf weißes Licht setzen.”

Insgesamt sollen über 1.000 Leuchten auf einer Streckenlänge von über 10 Kilometern in Heidelberg-Bahnstadt installiert werden; der Ausbau erfolgt parallel zur Gebäudebebauung. Bis Dezember 2013 wurden bereits 250 Leuchten montiert. Außerdem haben die Stadtwerke Heidelberg im Dezember 2013 mit der Montage von „Licht nach Bedarf” entlang von Radwegen in Ausgleichsflächen zwischen Heidelberg-Bahnstadt und den benachbarten Stadtteilen begonnen: Dieses erst jüngst von der Fima Schréder marktreif entwickelte System liefert dann Licht, wenn es tatsächlich auch gebraucht wird: Sobald sich ein Radfahrer nähert, wird die Beleuchtung von rund 10 Prozent Lichtleistung auf 100 Prozent erhöht; sobald sich der Radfahrer wieder entfernt, wird das Licht gedimmt. „Das ist auch ein Beitrag zum Schutz der sensiblen Tierarten in den Ausgleichsflächen”, erläutert Peter Erb. „Das Radwegekonzept optimiert das ohnehin nachhaltige Beleuchtungssystem von Heidelberg-Bahnstadt damit auch unter Naturschutzaspekten.”