Heidelberg Stadtwald

Vertreter der Forstabteilung des städtischen Landschafts- und Forstamtes erläuterten Bürgermeister Wolfgang Erichson bei einer Begehung an unterschiedlichen Stationen im Heidelberger Stadtwald die Herausforderungen ihrer Arbeit und aktuelle Projekte. Foto: Stadt Heidelberg

Bewaldete Hänge prägen das Landschaftsbild Heidelbergs: Der Heiligenberg und der Königstuhl bilden den grünen Rahmen der Altstadt. Der Wald bietet den größten Erholungsraum im Stadtgebiet: Mit einer Fläche von über 44 Quadratkilometer nimmt er nahezu die Hälfte der Gesamtfläche Heidelbergs ein. Wer also eine Auszeit sucht, findet sie wenige Gehminuten entfernt im Heidelberger Stadtwald. Der Wald hat neben dieser sozialen Funktion noch andere: Er liefert den umweltfreundlichen Rohstoff Holz und ist wichtig für den Natur- und Klimaschutz.

Dreistündige Begehung mit den Forstexperten

Über die Auswirkungen dieser unterschiedlichen Nutzungsinteressen und über aktuelle Projekte informierte sich Heidelbergs Bürgermeister Wolfgang Erichson am 26. August 2014 im Rahmen seiner Sommertour. Vertreter der Forstabteilung des städtischen Landschafts- und Forstamtes erläuterten auf der rund dreistündigen Begehung an unterschiedlichen Stationen auf dem Heiligenberg die Herausforderungen ihrer Arbeit. So sind 2016 in steilem Gelände aufwändige Pflegearbeiten mit einem Seilkran geplant. Für die Forstarbeit und -pflege sind aktuell etwa 25 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Jährlich werden bis zu 24.000 Kubikmeter Holz geschlagen, das entspricht in etwa 800 Lastwagen-Ladungen. Die Erlöse aus dem Holzverkauf belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro pro Jahr.

Wald dient der Erholung, dem Boden-, Wasser- und Klimaschutz

Bei der Pflege des Waldes geht die Stadt mit äußerster Sorgfalt und mit Bedacht vor: Immerhin hat sie Verantwortung für Generationen. Der Wald ist der größte zusammenhängende ökologische Ausgleichsraum der Region und erfüllt wichtige Funktionen: er dient der Erholung, dem Boden-, Wasser-, Klima- und Immissionsschutz. Für seine naturnahe und nachhaltige Waldbewirtschaftung ist Heidelberg mehrfach ausgezeichnet worden, insbesondere mit dem Zertifikat des FSC (Forest stewardship council), das von allen großen Umweltverbänden anerkannt wird.

Aussichtspunkte bieten den besonderen Blick auf die Stadt

Besonders beliebt bei Waldbesuchern sind die Aussichtspunkte, die an rund 50 Stellen Sichtbeziehungen zur Altstadt, in die Rheinebene oder zum Schloss ermöglichen. Es ist meist aufwändig und teuer, diese Sichtachsen zu erhalten. Das Landschafts- und Forstamt will nun eine Prioritätenliste erstellen, die definieren soll, welche Anlagen dauerhaft erhalten werden sollen und welche es eben nur zeitweilig geben wird.

Immer beliebter: mit dem Mountainbike querfeldein durch den Wald

Für zunehmende Nutzungskonflikte sorgt das rasante Querfeldein-Fahren auf illegalen Mountainbike-Strecken, die im gesamten Stadtwald entstehen. Extra für die noch junge, aber rasant an Aktiven hinzugewinnende Sportart des Mountainbike-Freeride hat die Stadt gemeinsam mit dem Verein „Heidelberg Freeride“ eine legale Übungsstrecke gebaut. Doch nach wie vor werden „wilde“ Strecken mit Sprüngen und Hindernissen gebaut. Diese verursachen Bodenerosionen, zerstören Lebensraum für Flora und Fauna und beschädigen archäologische Denkmale – auf dem Heiligenberg z.B. Siedlungsstrukturen aus der Zeit der Kelten. Und immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen beim Aufeinandertreffen von Fußgängern und Radfahrern.