So hören Tiere

So hören Tiere – Interaktive Ausstellung. Foto: Zoo Heidelberg

Fledermäuse verfügen über erstaunliche Fähigkeiten. Sie orientieren sich mit Echoortung und können sozusagen mit ihren Ohren sehen. Dieses Phänomen und die Besonderheiten des tierischen Hörens bei verschiedenen Tierarten fasziniert Wissenschaftler und Tierforscher gleichermaßen. Eine Beziehung, die auch die beiden Heidelberger Institutionen Explo und Zoo verbindet. Neugier und Forschergeist bilden für beide die Grundlage ihres Bildungsauftrages.

Abwechslungsreiche Stationen laden zum Spielen und Experimentieren ein

Mit der Eröffnung der interaktiven Sonderausstellung „So hören Tiere“ im Explo Heidelberg am 23. März 2016 gab Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner zusammen mit Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann und dem kaufmännischen Geschäftsführer des Zoos, Frank-Dieter Heck, den Startschuss zur künftigen Kooperation. „So hören Tiere“ vereint interaktive Exponate und Informationen zum Gehör von Tieren und zieht Vergleiche zur Wahrnehmung des Menschen. Abwechslungsreiche Stationen laden kleine und große Wissenschafts- und Tierbegeisterte zum Spielen und Experimentieren ein. Dabei entdecken die Besucher faszinierende Geheimnisse aus der Tierwelt und erfahren spielend leicht Grundlagen der Naturwissenschaften. Ansprechend gestaltet erklärt die Ausstellung Naturphänomene und Sinnestechnik. Dass die Wahrnehmung von Tönen nicht immer ausschließlich mit den Ohren erfolgt und z.B. Elefanten über Infraschall viele Kilometer weit entfernt miteinander kommunizieren, ist dabei ebenso erstaunlich wie die Tatsache, dass einige Heuschrecken mit dem Knie „hören“ können.

Kooperation mit der HNO-Klinik der Universität Heidelberg

Explo-Ausstellung

Interaktion erwünscht beim Wettspiel zum Erkennen von Tierlauten. V.li.: OB Dr. Eckart Würzner zusammen mit Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann und Prof. Dr. Dr. h.c. Peter K. Plinkert. Foto: Zoo Heidelberg

Das Konzept der Ausstellung stammt von Dr. Eckhard Schulz, der federführend die Entwicklung für MED-EL, dem weltweit führenden Anbieter implantierbarer Hörsysteme, betreute. Während die Ausstellung bereits in Innsbruck bei einem breiten Publikum großen Zuspruch erhielt, sah der Zoo Heidelberg darin eine optimale Möglichkeit, die Vielfalt tierischer Sinne vorzustellen und konnte die Ausstellung für Heidelberg erwerben. „Wir erhielten den Zuschlag vor anderen nationalen und internationalen Interessenten, da die Fa. MED-EL die Entwicklung des Heidelberger Zoo als besonders interessant, spannend und zukunftsweisend ansah“, betonte Dr. Eckart Würzner in seiner Begrüßung. Zusätzlich ergänzt wird die Ausstellung durch die Kooperation mit der HNO-Klinik der Universität Heidelberg. Dank der Unterstützung von Prof. Dr. Dr. h.c. Peter K. Plinkert, geschäftsführender Direktor der HNO-Klinik und Prof. Dr. M. Praetorius, Sektionsleiter Otologie und Neuro-Otologie, besteht die Möglichkeit, in den Ausstellungsbereichen des Explo das eigene Gehör zu testen.

Ende 2016 ist Umzug auf das Gelände des Zoo Heidelberg geplant

Ausstellung Explo

Tierische Hörprobe. Prof. Dr. M. Praetorius und Petra Mohr, Leiterin des Ausstellungsbereichs im Explo, lauschen in verschiedene Richtungen. Foto: Zoo Heidelberg

Aktuell kann die Ausstellung nach Voranmeldung oder während der Öffnungszeiten des Explo Heidelberg im Technologiepark besucht werden. Zum Ende des Jahres ist der Umzug auf das Gelände des Zoo Heidelberg geplant. Dort wird die Sonderausstellung in der ehemaligen Reithalle das Angebotsspektrum des Zoos ergänzen. Nach Fertigstellung der notwendigen Umbaumaßnahmen wird der gesamte Ausstellungsbereich des Heidelberger Sciencecenters Explo ebenso wie das Techniklabor dort seinem neuen, gut ausgestatteten, festen Standort erhalten. Das angebotene Portfolio an speziellen Workshops, Kursen und Projekten zu technischen Themen bleibt auch an dem neuen Standort vorhanden.

Ergänzend zu den Themen Naturphänomene, Naturwissenschaften, Physik, Technik, Bionik zum Anfassen, werden Inhalte, die interaktives Lernen mit den Themen des Zoos (wie Biodiversität, Artenvielfalt etc.) verbinden, neu aufgenommen. „Am Anfang steht stets die Faszination über das Naturphänomen oder das Tier – darauf baut sich die nähere Beschäftigung in Explo und Zooschule auf, damit danach die Brücke zu dem eigenen Leben, der eigenen Zukunft geschlagen werden kann, die in sinnvollem Handeln münden soll,“ erklärte Dr. Klaus Wünnemann in Bezug auf die Vorteile der außerschulischen Lernorte im Zoo Heidelberg. Das molekularbiologische Lernlabor bleibt weiterhin am bisherigen Standort im Technologiepark in den dortigen Laborräumen bestehen.

Weitere Informationen:
www.explo-heidelberg.de