Riesenseeadler

Die Riesenseeadler nutzen die angefertigten Sitzgelegenheiten in der neugestalteten Voliere. Foto: Zoo Heidelberg

Seit einigen Wochen warteten sowohl Riesenseeadler als auch Mitarbeiter im Heidelberger Zoo gespannt auf diesen Moment. Nun war es endlich soweit: Die mächtigen Vögel durften wieder in ihr neues altes Zuhause einziehen. Die Renovierung der 210 m² großen Riesenadlervoliere am Ende des Yellowstonesees ist abgeschlossen.

Die alten Sitzbäume wurden entfernt und durch neue ersetzt. Für die Mitarbeiter wurde dies zu einer echten Herausforderung. Unter anderem musste ein vier Meter hoher Baum mit über zwei Meter breiten Querästen von der Flamingoanlage bis in die Voliere manövriert werden. Für den eigens dafür gemieteten Bagger war jedoch vor dem Eingang in die Voliere der Dienst beendet. Durch die Tür der Voliere konnte der neue Sitzbaum nur mit Muskelkraft und viel Geduld getragen werden. Zusätzlich zu vielen neuen Sitzgelegenheiten bekamen die Vögel auch eine neue Nistbox. Am hinteren Ende der Voliere steht nun in 2,6 m Höhe eine etwa 11 m² große Holzhütte auf Stelzen. Diese ergänzt den bisher von den Vögeln nicht als Nistmöglichkeit angenommenen Felsvorsprung.

Gehege Riesenseeadler

Eine Holzhütte auf Stelzen als neue Nistmöglichkeit für das Adlerpaar. Foto: Zoo Heidelberg

Die Adlervoliere wurde ursprünglich am 7. April 2009 eröffnet. Seitdem wird sie von dem Riesenseeadler-Paar bewohnt. Das fast zwölfjährige Weibchen und das zehneinhalbjährige Männchen kamen 2006 als beschlagnahmte Tiere nach Heidelberg. Damals wurden sie mit dem Ziel, erfolgreich Nachwuchs zu züchten im Europäischen Zuchtbuch aufgenommen. Bisher haben sie sich jedoch für dieses Ziel nicht sonderlich interessiert. Mit der neu gestalteten Voliere, die optimale Bedingungen bietet, besteht große Hoffnung auf den lang ersehnten Nachwuchs.

Derzeit leben nur noch etwa 4.600 – 5.100 Riesenseeadler in ihrem natürlichen Lebensraum

Riesenseeadler, auch Steller-Seeadler, sind in Kamtschatka, entlang der Westküste der Beringsee und auf Japan und Korea beheimatet. Dort leben sie meist monogam paarweise zusammen. Derzeit leben nur noch etwa 4.600 – 5.100 Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Seeadler dienen wegen ihres imponierenden Erscheinungsbildes oft als Wappenvogel wie z.B. der Weißkopfseeadler in den USA. Ihre Lebensgewohnheiten sind aber oft alles andere als imponierend. Anstatt kühn die Lüfte auf der Suche nach Beute zu durchstreifen, nutzen Seeadler jede Möglichkeit, so einfach wie möglich an Nahrung zu kommen. Da sind die Abfälle von Fischern und Schlachthöfen ebenso begehrt wie angeschwemmtes Aas.

Riesenseeadler Zoo Heidelberg

Riesenseeadler im Zoo Heidelberg. Foto: Heidrun Knigge

Die schönen Vögel lassen sich in ihrer neu gestalteten Voliere im Zoo Heidelberg sehr gut beobachten und es lässt sich leicht erkennen, dass ihr Name auf ihrer beeindruckenden Größe gründet. Mit einem Gewicht von bis zu 9 Kilogramm und einer Körperlänge von knapp einem Meter gehören sie zu den größten Greifvögeln. Der alternative Name Steller-Seeadler bezieht sich auf den Naturforscher Georg Wilhelm Steller, der nach einer Expedition in den 1760er Jahren den ersten Riesenseeadler – und damit diesen damals unbekannten Vertreter der Greifvögel – nach Europa brachte.