Krebsgeschwüre in Rachen, Mundhöhle und Kehlkopf werden oft erst dann erkannt, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist. Bei welchen Symptomen Patienten zum Arzt gehen sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erklären Experten des Universitätsklinikums Heidelberg und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) auf einem Patiententag heute (24. September 2014). In kurzen Impulsreferaten zwischen 14.00 und 17.00 Uhr erfahren Besucher außerdem, wie die Tumoren entstehen, welche Risikofaktoren es gibt und wie psychische Bewältigungsstrategien Betroffenen helfen können. Bei einer Diskussionsrunde beantworten die Mediziner Fragen aus dem Publikum.

Die Veranstaltung findet im MZK-Hörsaal in der zweiten Ebene der Universitäts-Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, in Heidelberg, statt. Der Eintritt ist frei, um eine Anmeldung unter Telefon 0 62 21/56 65 58 oder E-Mail an hso@nct-heidelberg.de wird gebeten. Vom Universitätsklinikum Heidelberg beteiligen sich die Hals-Nasen-Ohrenklinik, die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie sowie das Pathologische Institut.

Symptome von Kopf-Hals-Tumoren werden oft nicht ernst genommen

Werden Kopf-Hals-Tumoren frühzeitig erkannt und behandelt, erhöhen sich die Heilungschancen. Daher ist es wichtig, bei unspezifischen Symptomen, wie Heiserkeit, Halsschmerzen, einseitig verstopfter Nase, Wunden oder Flecken im Mund, zum Arzt zu gehen, wenn diese länger anhalten. „Eine anhaltende Lymphknotenschwellung am Hals, unklare Schluckbeschwerden und insbesondere jede über drei Wochen anhaltende Heiserkeit sollte unbedingt durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt abgeklärt werden”, empfiehlt PD Dr. Philippe Federspil, Geschäftsführender Oberarzt der Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Heidelberg.

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Kopf-Hals-Tumoren, die fünf Prozent aller Krebserkrankungen ausmachen. Insbesondere bei Frauen, die bislang seltener erkranken als Männer, ist die Tendenz steigend. Betroffen sind meist die Schleimhäute von Mundhöhle, Zunge, Rachen und Kehlkopf. Wer raucht, erhöht sein Risiko, einen Kopf-Hals-Tumor zu entwickeln um ein Vielfaches. Aber auch Personen, die täglich mehrere Gläser Alkohol zu sich nehmen, sind stärker gefährdet.

Weltweite Aktionswoche der European Head and Neck Society

Die European Head and Neck Society (EHNS) hat in 2014 erstmals eine weltweite „Awareness Week” vom 22. bis 26. September initiiert, die über Kopf-Hals-Tumoren aufklären soll. Am bundesweiten Informations- und Patiententag beteiligen sich 36 deutsche Kliniken.