Organspende

Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Warum sollte man sich zu Lebzeiten für eine Organspende nach dem Tod entscheiden? Ein Vortragsabend am 11. Februar 2014 am Universitätsklinikum Heidelberg, der vom „Rotary Club Heidelberg – Alte Brücke” veranstaltet wird, möchte informieren, zur Diskussion anregen und Unsicherheiten ausräumen. Experten des Uniklinikums, der Universität und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sprechen über die großen medizinischen Chancen der Transplantation sowie deren ethische und rechtliche Aspekte. Moderiert wird die Veranstaltung von Volker Janitz, SWR. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen: Die Veranstaltung „Organspende – Ja oder Nein?” beginnt um 19.00 Uhr (Hörsaal der Heidelberger Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400).

In 2013 konnten nur 3.247 Spenderorgane in Deutschland transplantiert werden; 2012 waren es noch 3.706. Die DSO spricht von einer „erschütternden Jahresbilanz”. Der Transplantationsskandal habe zum Vertrauensverlust in der Bevölkerung geführt. Mit verschärften Gesetzen, mehr Transparenz und Information soll entgegengewirkt werden. Auch die Mitarbeit der Krankenhäuser an der Organspende müsse in größerem Umfang unterstützt werden. „Mit dem Vortragsabend am 11. Februar wollen wir einen Beitrag zur Wiedergewinnung des Vertrauens leisten”, sagt Prof. Dr. Wolfgang Stremmel, Präsident des Rotary Clubs und Ärztlicher Direktor der Klinik für Gastroenterologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

In 2013 konnten in Heidelberg 23 Herztransplantationen vorgenommen werden. Dies sind zwar etwa so viele Transplantationen wie 2012, doch viermal so viele Patienten stehen noch auf der Heidelberger Warteliste für eine Herztransplantation. Was bedeutet es für einen Patienten, schwerkrank auf ein Organ zu warten? Eine transplantierte Patientin und ihre Herzchirurgin Dr. Ursula Tochtermann berichten bei der Veranstaltung über den gemeinsamen Weg zur Transplantation.

Entgegen bundesweitem Trend: In 2013 Leber- und Nierentransplantationen in Heidelberg auf hohem Stand

Auch die Leber- und Nierentransplantationen sind 2013 in Heidelberg – entgegen dem allgemeinen Trend in Deutschland – auf einem unverändert hohen Stand geblieben: So wurden 109 Lebertransplantate und 143 Nieren übertragen. Im Heidelberger Transplantationszentrum werden besonders viele Patienten betreut, die auf eine Transplantation warten. „Unser sehr erfahrenes Transplantationsteam hat außerdem die nötige Expertise, schwerstkranke Patienten zu betreuen”, so Prof. Dr. Markus Büchler, Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Ebenso profitieren die Nierenpatienten in Heidelberg von einer besonders fein abgestimmten Behandlung gegen die Organabstoßung, wie Prof. Dr. Martin Zeier berichtet. Doch viel zu wenige können transplantiert werden: „Die Patienten müssen im Durchschnitt bis zu sieben Jahre warten”, so Prof. Zeier.

Wie sollte die Organvergabe künftig geregelt werden? Hat der Gesetzgeber schon genug getan? Mit diesen Fragen werden sich die Ethikerin Prof. Dr. Monika Bobbert und der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Dannecker befassen.