Solardach

Foto: PVH Heidelberg

Mehr als die Hälfte von Heidelbergs Dächern ist für Photovoltaikanlagen geeignet. Das geht aus dem Solardachkataster Heidelberg hervor. Unter www.heidelberg.de/solardachkataster erfahren Haus- und Wohnungseigentümer unter Angabe der Adresse, ob ihr Dach dazu gehört. Die Internetseite liefert Informationen zum voraussichtlichen Stromertrag und der CO2-Ersparnis und gibt eine Orientierung zur Wirtschaftlichkeit. Ab sofort wird bei der Berechnung auch ermittelt, was ökonomisch sinnvoller ist: die Einspeisung des erzeugten Stroms ins örtliche Stromnetz oder die Nutzung im eigenen Haus.

Durch Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde die Vergütung des Solarstroms bei der Einspeisung ins Stromnetz immer niedriger und eine Eigennutzung zunehmend attraktiver. Das Online-Portal berücksichtigt daher jetzt auch den Einsatz eines Solarspeichers, der zur Erhöhung des Eigenstromanteils oft notwendig ist. So werden derzeit häufig Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt, welche die KfW mit Fördermitteln unterstützt.

„123.000 Tonnen CO2 ließen sich einsparen“

Zur Erstellung des Solardachkatasters wurden 2011 die Dachflächen von rund 39.000 Heidelberger Gebäuden untersucht. Demnach sind mehr als 2.000 Häuser sehr gut, über 12.000 Häuser gut und fast 7.000 bedingt geeignet. Dazu Umweltamtsleiter Dr. Hans-Wolf Zirkwitz: „Würde man alle geeigneten Dächer in Heidelberg mit Photovoltaikanlagen ausstatten, könnten wir pro Jahr rund 208 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen – das sind in etwa 20 Prozent des Heidelberger Strombedarfs. Und es ließen sich rund 123.000 Tonnen CO2 einsparen.“

Wirtschaftlichkeitsrechner

Ein mit dem Online-Solardachkataster verknüpfter Wirtschaftlichkeitsrechner gibt eine erste Orientierung dazu, ob sich die Investition in eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage finanziell lohnt. Mit einigen Eckdaten berechnet das Programm folgende Fragen:

  • Wie viel Geld kostet eine Solaranlage auf dem entsprechenden Dach?
  • Wie viel Geld bringt die Sonne dem Immobilieneigentümer in den nächsten 20 Jahren ein?
  • Welcher Modultyp bringt welchen Ertrag?
  • Mit welchen laufenden Kosten hat der Immobilieneigentümer pro Jahr in etwa zu rechnen?
  • Lohnt sich der Einsatz eines Solarspeichers?

Das Solardachkataster ist ein Gemeinschaftsprojekt des Amtes für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie, der Stadtwerke Heidelberg und der Sparkasse Heidelberg.