Nistkästen

Die neuen Eigenheime für Turmfalken und Mauersegler präsentierten (v.l.): Dr. K.-F. Raqué (Naturschutzbeauftragter der Stadt Heidelberg), J. Lang (Abfallwirtschaft und Stadtreinigung), Naturschutzwart H.-M. Gäng, R. Friedel (Leiter der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung) und Naturschutzwart R. Reetz (AG Wanderfalkenschutz). Foto: Stadt Heidelberg

Die Stadt Heidelberg will die Wiederansiedelung von Turmfalken und Mauerseglern unterstützen: Auf dem Gelände der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Heidelberg soll mit je vier Nistkästen neuer Lebensraum für die Tiere entstehen. Turmfalken sind gut 30 Zentimeter große Greifvögel mit einer Flügelspannweite von etwa 75 Zentimetern. Die „kleinen Verwandten der Wanderfalken“ sollen die Tauben- und Mäusepopulation auf dem Betriebsgelände auf natürliche Art im Gleichgewicht halten. Anders als beim Wanderfalken stehen Tauben nicht auf dem Speiseplan des Turmfalken. Sie sind als Beutetier für ihn zu groß. Allein die Anwesenheit des Falken auf dem Gelände wird die Tauben aber auf Abstand halten – insbesondere was das Brüten betrifft. Die Turmfalken-Nistkästen sind an den Silotürmen für Streusalz und auf den Dächern der Fahrzeughalle installiert. Mitarbeiter der Schreinerei des Zentralbetriebshofs haben die acht Nistkästen gebaut und aufgehängt. Ob das Experiment gelingt und die Vögel die Nistkästen annehmen, wird sich im kommenden Frühjahr zur Brutsaison zeigen.

Als zweiter Vogelart soll Mauerseglern eine Heimat gegeben werden. Für sie sind vier Nistkästen an einem Verwaltungsgebäude angebracht. Die an Gebäuden brütenden Mauersegler sind standorttreu und kehren immer wieder an ihren Brutplatz zurück – deren Zahl nimmt aber leider immer mehr ab. Mauersegler verbringen ihr gesamtes Leben im Flug, ausgenommen in der Brutzeit. Ihre Abhängigkeit von Gebäudebrutplätzen macht den Mauersegler aufgrund von Abriss, Umbaumaßnahmen und moderne Bauweisen zur gefährdeten Art. Den Wandervögeln – sie sind nur rund drei Monate zur Brut in Deutschland – kann mit Nistkästen gut geholfen werden. Mauersegler tragen kein Nistmaterial ein und hinterlassen keinen Schmutz an Fassaden.

Am 29. August 2016 haben die Beteiligten das Projekt „Nistkästen für Turmfalken und Mauersegler“ auf dem Zentralbetriebshof der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Heidelberg in der Kirchheimer Hardtstraße 2 präsentiert. Bei dem Termin informierten Rolf Friedel, Leiter der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Heidelberg, Dr. Karl-Friedrich Raqué, Naturschutzbeauftragter der Stadt Heidelberg, sowie Reinhard Reetz und Hans-Martin Gäng von der AG Wanderfalkenschutz. Hans-Martin Gäng ist in Heidelberg bereits durch sein Engagement für die Wanderfalken bekannt. Als Experte steht dem Projekt außerdem Prof. Dr. Volker Voigtländer beratend zur Seite.

Weitere Informationen zum Mauersegler und zu Nisthilfen:
www.nabu-heidelberg.de