Das Naturdenkmal Kroddeweiher in Heidelberg-Handschuhsheim bleibt als wertvolles Laichhabitat für Amphibien erhalten. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten der Stadt Heidelberg zum Erhalt des einzigen naturnahen Stillgewässers in der Rheinebene wurden erfolgreich abgeschlossen. Vertreter der Stadt Heidelberg und des Regierungspräsidiums Karlsruhe stellten am 16. Mai 2013 den neu geschaffenen Lebensraum vor. An der Begehung nahmen auch Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses und des Bezirksbeirats Handschuhsheim teil.

Die Lebensbedingungen für Tier- und Pflanzenarten am Kroddeweiher konnten durch die Sanierungsmaßnahmen, insbesondere durch den ständigen Zulauf von sauerstoffreichem Wasser aus dem Mühlbach, erheblich verbessert werden. So hat die Wiederbesiedlung des Gebietes bereits begonnen. Es konnten Berg- und Teichmolche, Teichfrösche und Erdkröten nachgewiesen werden.

Die Maßnahmen

Zunächst wurde ein Teil der Gehölze in unmittelbarer Ufernähe, u.a. Pappeln und Erlen, gefällt, um den Kroddeweiher von Laub freizuhalten. Außerdem wurde Schilfgewächs zurückgeschnitten. Aufgrund der besonders engen Lage des Naturdenkmals zwischen Kleingärten und öffentlichem Weg wurde für die Pflegemaßnahmen ein spezielles Saugbaggerverfahren angewandt: Die ein Meter dicke Schlammschicht und die Schilfwurzeln wurden mithilfe eines Fräskopfes in spezielle Entwässerungsschläuche abgesaugt und dort bis zum Abtransport im Frühjahr entwässert. Anschließend wurde eine Abdichtung aus Bentonit und Lehm angebracht, um das Versickern zu verringern.

Damit in den trockenen Sommermonaten der Wasserstand und die Lebensbedingungen für Amphibien konstant bleiben, wurde eine Wasserzuleitung angelegt und ein Schwimmerregler eingebaut. So kann bei Bedarf aus dem vorbeifließenden Mühlbach sauerstoffreiches Wasser zufließen. Zudem wurde die Hecke im Eingangsbereich wiederhergestellt und eine standortheimische Wiesenmischung eingesät.

Hintergrund der Sanierungsarbeiten

Der Weiher konnte infolge starken Laubfalls durch die Randbäume, durch die Ausbreitung des Schilfbestandes, zunehmende Verschlammung und die Absenkung des Wasserspiegels seine Lebensraumfunktion für Amphibien und andere von der Wasserqualität abhängigen Tierarten nicht mehr erfüllen. So konnte auch der bis vor wenigen Jahren hier lebende und seltene Kammmolch im Gewässer nicht mehr nachgewiesen werden. Die Stadt Heidelberg hat den Weiher im Frühjahr 2012 gekauft. Die Kosten der Pflegemaßnahmen belaufen sich auf rund 96.000 Euro. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit einer Förderung in Höhe von ca. 48.000 Euro.

Schützenswertes Naturdenkmal Kroddeweiher

Der Kroddeweiher liegt in einem Gebiet ehemaligen Tonabbaus und ist die letzte der damals vorhandenen Lehmgruben. Nachdem die Nutzung eingestellt wurde, füllte sich die Grube mit Niederschlags- und Grundwasser. 1993 stellte die Stadt als Untere Naturschutzbehörde den Kroddeweiher und seine Umgebung als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz. Gründe hierfür waren, dass der Teich auf Heidelberger Gemarkung das einzige naturnahe Stillgewässer in der Rheinebene war und sich durch eine reichhaltige Amphibienfauna auszeichnete. Beobachtungen aus den vorangegangenen Jahren ergaben, dass der Kroddeweiher neben der namensgebenden Erdkröte auch Grünfrösche, Berg-, Teich- und Fadenmolche sowie, als einziges Gewässer in Heidelberg, den streng geschützten Kammmolch beheimatete.