Zu einem praktischen Kurs über Schnitt und sommerliche Pflegemaßnahmen lädt die Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau beim Landschafts- und Forstamt der Stadt Heidelberg am Samstag, 8. August 2015 (13.30 Uhr), ein. Treffpunkt ist der Parkplatz am Obstgroßmarkt Heidelberg-Handschuhsheim, Dossenheimer Landstraße 151. Bei dem kostenfreien Kurs handelt es sich um eine Vorführung – Schutz- oder Schnittausrüstung wie Säge, Schere oder dergleichen sind nicht erforderlich.

Fachgerechter Schnitt im August bringt Vorteile

Wieso im Sommer Obstbäume schneiden, das macht man doch im Winter? Mitnichten. Denn ein fachgerechter Schnitt im August bringt Vorteile: Im Gegensatz zum Winterschnitt wird durch den Verlust von Blattfläche das Wachstum der Gehölze im Folgejahr gebremst und die Fruchtbarkeit gefördert. Dieses kann man sich bei stark treibenden und / oder jungen Obstbäumen jeglicher Art zu Nutze machen. Ein weiterer Vorteil: Durch das vorhandene Laub sind Verdichtungen und Disharmonien im Baum besser zu erkennen als im Winter.

Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen, Aprikosen – und Äpfel

Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Aprikosen können direkt nach der Ernte geschnitten werden, mit Ausnahme der späten Sorten, da der Schnitt grundsätzlich Ende September beendet sein sollte. Bei Apfelbäumen werden die Früchte freigestellt. Die bessere Besonnung sorgt für rotbackige, haltbare und aromatische Äpfel.

Süßkirschen

Süßkirschen müssen grundsätzlich während der Vegetation, also entweder im August, in der Blüte oder – bei spät reifenden Sorten auf großen Bäumen – auch mit der Ernte geschnitten werden. Nur so ist eine gute Wundverheilung gewährleistet und die Gefahr von Wundinfektionen durch Pilze gering. Die bessere Wundverheilung während der Vegetation ist natürlich auch bei den anderen Obstarten gegeben.

Beerenobst, Sauerkirschen – und Himbeeren

Für Beerenobst und Sauerkirschen ist der Schnitt im Winter eher angebracht. Nur sehr dichte und stark wachsende Pflanzen werden nach der Ernte grob ausgelichtet. Bei Himbeeren müssen abgetragene Ruten unmittelbar nach der Ernte bodengleich entfernt werden, um einem Befall mit der Rutenkrankheit vorzubeugen.

Weitere Informationen und Anmeldung:
Telefon 0 62 21/58-2 80 00