Nathanael Gray

Nathanael Gray. Foto: dkfz.de

Der mit 50.000 Euro dotierte Meyenburg-Preis 2013 für herausragende Krebsforschung geht an den amerikanischen Biochemiker Nathanael Gray. Er entdeckte zahlreiche Hemmstoffe, die Wachstumskontrolleure in Zellen blockieren. Seine Ergebnisse sind heute ein wichtiger Ausgangspunkt für zielgerichtete Krebstherapien. Der Preis wird am Montag, 2. Dezember 2013 (16.00 – 18.30 Uhr), im Rahmen eines Symposiums im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ, Kommunikationszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, Heidelberg) verliehen, bei dem auch der amerikanische Arzt Siddhartha Mukherjee sein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Buch „Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biographie“ vorstellt.

Zielgerichtete Therapien sind für viele Wissenschaftler die Krebsmedizin der Zukunft. Die Idee: In Krebszellen werden gezielt bestimmte Wachstumsregulatoren ausgeschaltet, die außer Kontrolle geraten sind. Von diesen sogenannten Proteinkinasen gibt es beim Menschen jedoch über 500 – einen passenden Hemmstoff für jede einzelne zu finden ist also nicht leicht.

Der herausragenden Forschung von Nathanael Gray ist es zu verdanken, dass Forschern für pharmakologische Experimente heute zahlreiche Hemmstoffe zur Verfügung stehen, mit denen sich einzelne Proteinkinasen gezielt ausschalten lassen. Nathanael Gray entwickelte u.a. Blocker für die häufig mit Krebs in Zusammenhang stehenden Kinasen mTor, Bcr-Abl und EGFR. Damit ist es den Wissenschaftlern zum einen möglich, die jeweilige Funktion der Proteinkinase für das Zellwachstum besser zu verstehen. Zum anderen lässt sich so herausfinden, ob sich ein bestimmter Kinase-Hemmer als Medikament eignet. Auch eine gezielte Suche nach ähnlichen Blockern ist nun möglich. Noch ist keines dieser Medikamente zugelassen, mehrere klinische Studien mit Kinase-Hemmern sind jedoch bereits angelaufen.

Nathanael S. Gray promovierte 1999 in organischer Chemie an der Universität Kalifornien, Berkeley. Er war anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gruppenleiter am Genomik-Institut der Novartis Research Foundation in San Diego, wo er 2001 zum Direktor für Biologische Chemie ernannt wurde. 2006 trat er der Fakultät der Harvard Medical School und dem Dana-Farber Cancer Institute bei, wo er bis heute im Fachbereich Biologische Chemie und Molekulare Pharmakologie tätig ist.

Anlässlich der Preisverleihung lädt die Meyenburg-Stiftung im DKFZ am 2. Dezember zu einem wissenschaftlichen Symposium ein. Ehrengast ist Siddhartha Mukherjee, Wissenschaftler und Arzt aus New York. Dr. Marion Meyenburg, die Tochter des Stifterehepaars Wilhelm und Maria Meyenburg, wird den Preis zum Ende des Symposiums persönlich an Nathanael Gray überreichen. Die Auszeichnung, die seit 1981 jährlich für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung und -behandlung vergeben wird, gehört zu den am höchsten dotierten Wissenschaftspreisen in Deutschland. Drei Meyenburg-Preisträger erhielten bereits kurze Zeit darauf den Nobelpreis für Medizin: Shinya Yamanaka (Meyenburg Preisträger des Jahres 2007) erhielt ihn 2012, 2009 Elizabeth Blackburn (Meyenburg-Preisträgerin des Jahres 2006), und im Jahr 2006 Andrew Fire (Meyenburg-Preisträger 2002).

Interessierte Bürger sind zu dieser Veranstaltung im DKFZ herzlich eingeladen.