Heidelberg Chirurgische Uniklinik

Das Kompetenzzentrum Adipositaschirurgie stellt sich am 15. April 2015 in der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg vor. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Was tun gegen massives Übergewicht (Adipositas)? Wann ist eine Magenoperation sinnvoll und was ist bei der Nachsorge zu beachten? Warum ist eine fachübergreifende Betreuung so wichtig? Wann zahlt die Krankenkasse plastisch-chirurgische Eingriffe? Am Mittwoch, 15. April 2015, informiert das interdisziplinäre Team des Diabetes- und Adipositaszentrums am Universitätsklinikum Heidelberg im Rahmen einer Ärztefortbildung über moderne Behandlungskonzepte und chirurgische Verfahren sowie wichtige Aspekte der lebenslangen Nachsorge bei Adipositas.

Zu der Informationsveranstaltung sind Betroffene und Angehörige ebenfalls herzlich eingeladen. Die Heidelberger Selbsthilfegruppe Adipositas ist mit einem Infostand vor Ort. Die Referenten beantworten nach den Vorträgen gerne die Fragen der Besucher. Start ist um 18.00 Uhr im Großen Hörsaal der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 110.

Übergabe des Zertifikats: Höchste Qualitätskriterien erfüllt

Patienten mit massivem Übergewicht, bei denen eine Magenoperation in Frage kommt, finden an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg ein umfangreiches Betreuungs- und Behandlungsangebot durch ein erfahrenes Ärzteteam, das höchste Qualitätskriterien erfüllt. Zu diesem Ergebnis kam jüngst die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie nach eingehender Überprüfung und erkannte die Universitätsklinik sowie ihre Kooperationspartner im Krankenhaus Salem als „Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie” an. Die Zertifizierungsurkunde wird bei der Ärztefortbildung übergeben.

Ein wichtiges Kriterium für die Zertifizierung ist die fachübergreifende Beratung, Behandlung und Nachsorge am interdisziplinären Diabetes- und Adipositaszentrum des Universitätsklinikums: Das Ärzteteam aus den Bereichen Endokrinologie, Psychosomatik und Sportmedizin betreut jährlich rund 900 Patienten. Die Mediziner klären medizinische und psychische Ursachen der Adipositas ab und erarbeiten ein individuelles Behandlungskonzept mit Abnehm- und Bewegungsprogrammen, Ernährungsberatung, psychologischer Betreuung, Verhaltenstherapie und bei Bedarf Medikamenten. Schlagen diese Konzepte nicht an, können verschiedene Magenoperationen helfen und sich gleichzeitig günstig auf eine begleitende Zuckerkrankheit (Diabetes) auswirken. 2014 unterzogen sich 80 Patienten in Heidelberg einer solchen Magenoperation.

Gängige Verfahren der Adipositaschirurgie werden vorgestellt

Die gängigen Verfahren der Adipositaschirurgie, darunter Magenbypass, Schlauchmagen-Operation, Magenband und -ballon sowie die sogenannte Endobarrier-Therapie, werden bei der Veranstaltung vorgestellt. „Welches Operationsverfahren sich am besten eignet, klären wir gemeinsam mit den Patienten und den Experten der anderen Fachrichtungen”, so Prof. Dr. Beat Müller, Leiter der Sektion Minimal Invasive und Adipositaschirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik.

Plastische Chirurgie kann mit zur Nachsorge gehören

Nach der Magen-OP ist die lebenslange und fachübergreifende Nachsorge mit regelmäßigen Gesundheits-Checks und Beratungen unverzichtbar. Dabei gilt es, die körperliche und seelische Gesundheit im Blick zu behalten: So kann es durch den verkleinerten Magen bzw. die eingeschränkte Verdauung zu Mangelerscheinungen kommen. Viele stark übergewichtige Patienten leiden unter Depressionen, da sie in Bewegung, Belastbarkeit und sozialen Kontakten stark eingeschränkt sind. Bessert sich die Niedergeschlagenheit nach dem Gewichtsverlust nicht, ist der Psychosomatiker im Behandlungsteam der richtige Ansprechpartner. Vorträge zeigen auf, worauf Patienten und behandelnde Ärzte achten müssen. Darüber hinaus geht es um die Fragen: Was bringt Sport bei Adipositas und vor allem zu welchem Zeitpunkt? Wann ist Plastische Chirurgie sinnvoll und was zahlen die Krankenkassen?

War die Behandlung erfolgreich, bleibt häufig überschüssige Haut zurück – nicht nur ein ästhetisches Problem: Die Hautlappen können die Körperpflege und -hygiene erheblich erschweren. Die Plastische Chirurgie gehört daher mit zur Nachsorge am Heidelberger Zentrum. „Unser Team begleitet die Patienten rund um den Eingriff, es wird niemand mit diesem Problem allein gelassen”, sagt Prof. Müller.