Auch das zweite Bürgerforum zum ehemaligen US-Hospital in Heidelberg-Rohrbach stieß auf große Resonanz: Rund 150 Heidelbergerinnen und Heidelberger kamen am 1. April 2014 in die Internationale Gesamtschule (IGH) in Rohrbach, um den Entwurf der Verwaltung zur Aufgabenstellung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs zu diskutieren und zu konkretisieren. Der Heidelberger Gemeinderat hat am 13. März 2014 einstimmig das Beteiligungskonzept zum städtebaulichen Ideenwettbewerb für die Konversionsfläche Rohrbach beschlossen. Ziel des im Sommer startenden Wettbewerbs ist es, möglichst vielfältige Impulse für die Entwicklung der Konversionsfläche zu erhalten.

Der Vorschlag zur Aufgabenstellung baut im Wesentlichen auf den Anregungen und Vorschlägen aus dem letzten Bürgerforum im November 2013 sowie den weiteren Erkenntnissen aus der Bestandsanalyse auf. Zum Auftakt der Veranstaltung betonte Heidelbergs Erster Bürgermeister Bernd Stadel, dass der ganze Stadtteil Rohrbach von der Entwicklung des Hospitals profitieren soll. Ziel müsse sein, dass sich künftige Nutzungen positiv auf die umgebenden Bereiche auswirkten, denn zu einem lebendigen Stadtteil gehöre neben der „gebauten Stadt“ auch das soziale und kulturelle Zusammenleben.

Eine lebendige Mischung aus Wohnen und Arbeiten ist gefragt

An fünf moderierten Thementischen zu Themenfeldern der Auslobung, wie Nutzungsverteilung / Gebäudebestand, Wohnen und Städtebau, Wohnumfeld und Freizeit / Sport oder Erschließung und Vernetzung konnten sich die Bürger aktiv einbringen und die im Entwurf vorliegenden Zielsetzungen kommentieren. Wie die Stadt Heidelberg mitteilt, brachten die angeregten Diskussionen an den einzelnen Thementischen wertvolle Hinweise für die Planer und eine Schärfung und Präzisierung der vorgeschlagenen Bausteine für die Aufgabenstellung der Wettbewerbsauslobung. So wurde insbesondere beim Thema Wohnen und Städtebau deutlich, dass viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums zwar bei Neubauten einer maximalen Höhe von vier Geschossen zustimmten, dies aber nicht durchgängig, sondern nur punktuell gewünscht wurde. Viele Teilnehmer forderten daher, die Neubebauung insgesamt nicht zu dicht zu gestalten und auf eine hochwertige Architektur Wert zu legen, die aber dennoch bezahlbares Wohnen ermöglicht.

Auch beim Themenfeld Nutzungsverteilung und Gebäudebestand wurde die Aufgabenstellung, dass im Süden entlang der Freiburger Straße sowohl Wohngebäude als auch Bürogebäude entstehen können, um eine Anmerkung ergänzt: Besonders im Zusammenspiel mit der Gestaltung eines neuen Quartiersplatzes solle auf einen fließenden und harmonischen Übergang zum angrenzenden Hasenleiser geachtet werden. Mit diesen und vielen weiteren Anregungen wurde nochmals deutlicher, auf welche Inhalte die zukünftigen Wettbewerbsteilnehmer bei ihren Arbeiten besonders zu achten haben.

In seiner Schlussrede betonte Erster Bürgermeister Bernd Stadel, dass mit den diskutierten Vorschlägen zur Aufgabenstellung insgesamt eine hohe Trefferquote mit den Anregungen und Ideen aus dem ersten Bürgerforum erzielt wurde und sich viele Bürgerinnen und Bürger mit ihren bereits formulierten Vorstellungen wiederfanden. Die grundsätzlichen Kriterien der Themenfelder wurden bestätigt und mit wertvollen Anregungen ergänzt, die nun in die Beschlussfassung des Auslobungstextes einfließen sollen.

Bürgersachverständige für das Preisgericht vorgestellt

Beim letzten Bürgerforum im November 2013 erging der Aufruf, sich als „Wissensträger“ aus der Bürgerschaft für das Preisgericht zu bewerben, um im kommenden Herbst als Sachverständige gemeinsam mit der Jury über die eingereichten Arbeiten zu beraten. Aus den Bewerbungen wurden Caterina Sommer und Jürgen Ziegler ausgelost, Stellvertreter sind Sabine Höfler und Hans-Peter Droste. Drei dieser Bürgervertreter waren beim Bürgerforum anwesend und konnten sich dem Publikum kurz vorstellen.

Kolloquium verbunden mit einer weiteren öffentlichen Begehung

Im Rahmen der Wettbewerbsauslobung ist für September 2014 ein Kolloquium vor Ort für die Wettbewerbsteilnehmer geplant, um ihnen einen unmittelbaren Eindruck von der Fläche und der Umgebung zu vermitteln. Damit verbunden sein wird eine weitere öffentliche Begehung, bei der neben der Besichtigung des Areals die Möglichkeit besteht, direkt mit den Wettbewerbsteilnehmern ins Gespräch zu kommen.