Akupunktur

Wissenschaftler des Uniklinikums Heidelberg erforschen, ob Akupunktur bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) wirksam ist. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Ist Akupunktur als ergänzende Therapie zur Routinebehandlung bei Tinnitus wirksam? Dieser Frage gehen Wissenschaftler der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit der Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik Heidelberg in einer Pilotstudie nach. Dafür suchen sie noch Teilnehmer ab 18 Jahren, die an einem akuten, das heißt kürzer als drei Monate bestehendem, Tinnitus leiden.

Tinnitus-Patienten nehmen Geräusche wie Pfeifen oder Brummen wahr, die keine äußere, für andere Personen wahrnehmbare, Quelle besitzen. Jeder vierte Bundesbürger hat bzw. hatte laut einer Studie der Deutschen Tinnitus-Liga schon einmal solche Ohrgeräusche. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 270.000 Menschen neu an einem Tinnitus. In der Gruppe der 45- bis 64-jährigen Patienten gehören die lästigen Ohrgeräusche zu den 20 häufigsten Krankheitsbildern, die in Hausarztpraxen behandelt werden. Ursache für dieses Symptom ist eine Störung im oder in der Nähe des Hörsystems. Bis heute ist jedoch nicht ausreichend erklärt, wie die Geräusche im Ohr genau entstehen. Die Standardtherapie sieht eine Behandlung mit Cortison vor; viele Betroffene entscheiden sich aber auch für alternative Heilmethoden, wie die Akupunktur, deren Wirksamkeit bisher nicht wissenschaftlich bestätigt wurde.

Standardtherapie mit Cortison versus Standardtherapie plus Akupunktur

Für die Studie werden die Patienten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe erhält eine leitliniengerechte Behandlung mit Cortison. In der zweiten Studiengruppe bekommen die Patienten zusätzlich eine individuell angepasste Akupunktur. Diese besteht aus einer ausführlichen Diagnostik nach den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin und vier Akupunkturbehandlungen. Die Wissenschaftler erfassen vor und nach der Behandlung die subjektiv empfundenen Beschwerden der teilnehmenden Patienten anhand von Fragebögen und führen Hörtests durch, bei denen sie die frequenzabhängige Hörempfindlichkeit messen (Tonaudiogramm).