Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) plant, 38 Millionen Euro in die Sanierung und den Teilausbau des HSB-Betriebshofs im Heidelberger Stadtteil Bergheim zu investieren. Der Gemeinderat nahm die Absicht des Unternehmens in seiner Sitzung am 13. März 2014 zur Kenntnis. Anträge, die eine Verzögerung des für März 2014 geplanten Baubeginns zur Folge gehabt hätten, lehnte der Gemeinderat mit großer Mehrheit ab. Die RNV nutzt den Betriebshof in der Bergheimer Straße für die Durchführung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Heidelberg. Hier werden 41 Busse und 39 Bahnen, darunter insgesamt 16 längere Variobahnen abgestellt und gewartet. Darüber hinaus rücken vom Betriebshof die Spezialfahrzeuge für die Wartung und Instandsetzung der 50 Kilometer Gleis umfassenden Infrastruktur im Raum Heidelberg aus.

Ausbau und Sanierung dringend erforderlich

Teile des Betriebshofs stammen noch aus den 1920er, 60er und 80er Jahren. Dieses Alter sowie ein größerer Investitionsstau erfordern jetzt umfangreiche Bauarbeiten. Zudem wird die geplante Erweiterung des Straßenbahnnetzes durch das Mobilitätsnetz in Heidelberg einen erhöhten Fahrzeugbedarf nach sich ziehen. Dem will die RNV mit einem Ausbau begegnen. Geplant sind eine große Abstellhalle für Straßenbahnen und Busse, Werkstätten, Verwaltungsräume sowie eine Halle zum Waschen der Straßenbahnen und Busse mit der dazugehörigen Technik. Zudem sollen aufgrund des hohen Energieverbrauchs alte Dächer und Versorgungsleitungen saniert sowie der Lärmschutz verbessert werden.

Mit der Modernisierung kann der Verkehrsbetrieb die Arbeitsabläufe auf dem Gelände verbessern und damit Aufwand einsparen. So kann z.B. der Rangierbedarf genauso verringert werden wie der Pflegeaufwand für die dann in Hallen abgestellten Fahrzeuge. Anwohner profitieren von der Sanierung vor allem durch verbesserten Lärmschutz und eine Neugestaltung der Fassaden. Ein Förderantrag zu dem Bauvorhaben liegt seit Monaten beim Land vor. Das Land hat während dessen seine Förderkonditionen geändert und gewährt den bisherigen Fördersatz von bis zu 75 Prozent nur noch für Vorhaben, bei denen mit größeren Baumaßnahmen noch vor Ende März 2014 begonnen werden kann. Danach wird der Fördersatz auf 50 Prozent gesenkt.

Weiteres Vorgehen

Im Rahmen der weiteren Planungen soll eine ergänzende Nutzung des Grundstücks geprüft werden. Auf Anregung der Haupt- und Finanzausschusssitzung soll die RNV sich bei der weiteren Planung über stadtgestalterische Perspektiven Gedanken machen, insbesondere soll geprüft werden, ob eine teilweise Überbauung des Betriebshofes mit zusätzlichen Nutzungen möglich ist. Geprüft werden soll auch die Möglichkeit einer Sichtachse zwischen den Villen an der Bergheimer Straße und der Alten Eppelheimer Straße.

Das weitere Verfahren beginnt mit der Mehrfachbeauftragung für Betriebshof-Fassaden und Überbauung. Die Vorstellung der Ergebnisse ist für die erste Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause 2014 vorgesehen. In dieser Sitzung soll darüber entschieden werden, ob eine Überbauung erfolgt.

Keine Alternative zum Standort Bergheim

Bereits in den 1990er Jahren wurde ein Neu- bzw. Ausbau des HSB-Betriebshofs intensiv diskutiert. Dabei wurde die Verlegung u.a. in den Stadtteil Pfaffengrund auf ein Gelände nahe der Stadtwerke untersucht, in 2010 allerdings endgültig verworfen. Gründe waren die deutlich höheren Investitionen gegenüber einem Ausbau auf dem bestehenden Gelände in Bergheim sowie die vergleichsweise abgelegene Lage im Heidelberger Westen. Diese hätte zu mehr Leerkilometern und damit zu deutlich höheren Kosten im Betrieb geführt sowie zu schlechteren Reaktionsmöglichkeiten bei Störungen im Netz.