Gegen die Braunkohle-Pläne der ostdeutschen Bundesländer Brandenburg und Sachsen demonstrieren heute Greenpeace-Aktivisten in Heidelberg und weiteren 35 Städten bundesweit. Die Umweltschützer stehen im Rahmen des „Markt der Möglichkeiten“ mit einem Info-Stand ab 11.00 Uhr in der Schwanenteichanlage. Sie rufen dazu auf, sich an der ersten internationalen „Anti-Kohle-Kette“ am 23. August 2014 zu beteiligen. Diese soll vom polnischen Dorf Grabice über die Neiße bis nach Kerkwitz in Brandenburg reichen. Beide Orte drohen, weiteren geplanten Tagebauen zum Opfer zu fallen. Interessenten werden über Anreisemöglichkeiten informiert und können Protestmaterialien wie Banner gestalten.

„Braunkohle und Klimaschutz passen so gut zusammen wie Brennspiritus und die Feuerwehr. Wer etwas gegen den Kohle-Wahnsinn der Politik tun will, kommt am 23. August zur ‚Anti-Kohle-Kette’ in die Lausitz“, sagt Eva Müller, Sprecherin der Greenpeace-Gruppe Mannheim-Heidelberg. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall plane dort weitere gigantische Braunkohlegruben. Gerade erst habe die SPD / Linke-Koalition in Brandenburg sich für den neuen Tagebau Welzow-Süd II entschieden. Alleine die Verbrennung der Braunkohle, die hier ab 2026 abgebaggert werden soll, würde 200 Millionen Tonnen des Klimakillers CO2 freisetzen – vier Mal so viel wie ganz Schweden im Jahr ausstoße, so die Umweltschützer.

Noch größere Tagebaue sind in der Region in Planung. Zum Beispiel in der benachbarten polnischen Provinz Gubin-Brody. Braunkohle ist der klimaschädlichste aller Energieträger. Für die gleiche Menge Strom erzeugt ein Braunkohlekraftwerk in etwa drei Mal so viel CO2 wie ein modernes Gaskraftwerk. „Tagebau Welzow-Süd II muss gestoppt werden“, heißt es in der aktuellen Presse-Info von Greenpeace. Die Klimawissenschaft sei in ihrer Analyse deutlich: Fossile Brennstoffe wie Kohle müssten im Boden bleiben, wenn die katastrophalen Folgen des Klimawandels verhindert werden sollen.

„Die Entscheidung von Brandenburgs rot-roter-Landesregierung gleicht einem klimapolitischen Amoklauf. Wenn Deutschland eine Chance wahren will, seine eigenen Klimaziele zu erreichen, darf es keine weiteren Tagebaue geben“, so Müller. Greenpeace fordert den langfristigen Ausstieg aus der Braunkohle bis 2030 und aus der Kohle insgesamt bis 2040. 120.000 Menschen haben sich 2013 schriftlich gegen den geplanten Tagebau Welzow-Süd II ausgesprochen. Ein Bündnis aus lokalen Bürgerinitiativen, Kommunen und Umweltverbänden will diesem wachsenden Widerstand aus der Region und aus ganz Deutschland am 23. August mit der Menschenkette eine Stimme verleihen.