Heidelberg Ebertanlage

Foto: Concha von Mannstein

Was essen Schmetterlings-Raupen am liebsten? Schokoladenkuchen? Birnen? Oder vielleicht doch lieber Blätter? Die kleine Fresstour der „Raupe Nimmersatt“ aus dem 1969 erschienenen Bilderbuch kennt offenbar auch heute noch jedes Kind. Denn diese Antworten, so erzählt Brigitte Heinz, Geschäftsführerin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) in Heidelberg, mit einem Schmunzeln, bekam sie bei ihrem Schmetterlingsprojekt in den Heidelberger Kindergärten oft zu hören.

Um die Lebensräume für Schmetterlinge zu verbessern und der Heidelberger Bevölkerung deren Lebensweise wieder etwas näher zu bringen, startete der BUND Heidelberg mit finanzieller Unterstützung durch die Sparkasse Heidelberg im April 2014 das Projekt „Schmetterlingsinseln“. Angefangen wurde zunächst bei den ganz Kleinen. So besuchten die Mitarbeiterinnen des BUND 17 Kindertagesstätten und legten dort gemeinsam mit über 500 Kindern kleine Blumeninseln aus geeigneten Futter- und Nektarpflanzen an. „Der Projektauftakt war ein großer Erfolg. Die Arbeit mit den Kindern macht besonders großen Spaß, denn sie sind alle mit viel Freude und mit Begeisterung für die Natur dabei“, berichtet Heinz.

Heidelberg Neuenheim

Foto: Brigitte Heinz (BUND)

In den nächsten zwei Jahren werden die Naturschützer dann gemeinsam mit Schulen, Seniorenzentren und Firmen weitere Nahrungsstätten für Schmetterlinge schaffen. Natürlich sind auch alle Garten- und Balkonbesitzer aufgerufen, etwas für die Schmetterlinge zu tun. Denn die bunten Gaukler, die als Raupe und als Falter auf ganz bestimmte heimische Futterpflanzen wie z.B. die Brennnessel, Wilde Möhre, Flockenblume oder Weide angewiesen sind, haben es immer schwerer, in den zunehmend sterilen Gärten Nahrung zu finden. Nach Einschätzungen des BUND sind daher 75 Prozent der Falter gefährdet.

Samen für Wiesenblumen, mit denen man die schönen Falter in seinen Garten oder auf seinen Balkon locken kann, sind im Heidelberger BUND-Umweltzentrum erhältlich. Hier bekommen Schmetterlingsfreunde außerdem eine kostenlose Beratung sowie Broschüren, Pflanzenlisten mit geeigneten Sträuchern und Stauden, Bezugsadressen und eine Liste der häufigsten Schmetterlinge der Region, ihren Raupen und den dazu gehörenden Futterpflanzen. Bürger, die Fragen zu diesen oder anderen Umweltthemen im Haushalt, Garten oder der Natur haben, können sich kostenlos per E-Mail, Telefon oder auch persönlich an die BUND-Umweltberatung wenden.

Weitere Informationen:
BUND Heidelberg, Willy-Brandt-Platz 5 (im Welthaus am Hbf)
Telefon 0 62 21/2 58 17
bund.heidelberg@bund.net