Der Heidelberger Gemeinderat hat einstimmig eine Resolution zur Wasserversorgung beschlossen. Hierin appelliert er an die Europäische Kommission und das Europaparlament, die Wasserversorgung von der neuen Richtlinie zur Konzessionsvergabe auszunehmen oder so zu gestalten, dass auch weiterhin eine ausschreibungsfreie Vergabe möglich ist. Mit der Resolution ruft der Gemeinderat die Heidelberger Bürger zudem dazu auf, die EU-Petition „Wasser ist Menschenrecht“ zu unterstützen.

Hintergrund für die Resolution ist die aktuelle Debatte um die geplante EU-Richtlinie zu Dienstleistungskonzessionen. Die EU-Kommission hat Ende 2011 im Zuge ihrer EU-Vergabereform u.a. auch erstmalig einen Vorschlag für eine Richtlinie über die Vergabe von Konzessionen vorgelegt.

Heidelberger Trinkwasserversorgung

Die Wasserversorgung ist eine besonders wichtige Aufgabe für die Stadt Heidelberg und die Stadtbetriebe Heidelberg als Eigentümerin der Wasserversorgung. Die Betriebsführung hat die Stadt an ihr 100 Prozent kommunales Unternehmen, die Stadtwerke Heidelberg, übergeben. Die Kontrolle der Wasserversorgung liegt damit unmittelbar in städtischer Verantwortung. Dadurch ist garantiert, dass das Heidelberger Trinkwasser auch künftig lokal gefördert wird und die Quellen auf Heidelberger Gemarkung weiterhin genutzt werden.

Das Trinkwasser der Stadt Heidelberg stammt zu 5 Prozent aus sieben Quellen und zu 68 Prozent aus den Wasserwerken Entensee, Rauschen und Schlierbach. Die restlichen 27 Prozent liefern Verbände, an denen die Stadtbetriebe Heidelberg beteiligt sind. Über ein weit verzweigtes Verteilnetz mit 34 Hochbehältern, 22 Versorgungszonen und 28 Zwischenpumpstationen beliefern die Stadtbetriebe Heidelberg etwa 150.000 Bürger mit rund 10 Millionen Kubikmetern Trinkwasser pro Jahr. Dies entspricht Tag für Tag rund 20 gefüllte Schwimmbecken des Heidelberger Thermalschwimmbades.