Heidelberg Mahnwache Fukushima

Foto: BUND Heidelberg

Am 11. März 2014, dem dritten Jahrestag der Fukushima-Atomkatastrophe, fand auf dem Bismarckplatz in Heidelberg eine Mahnwache statt. Mit einer Schweigeminute gedachten rund 50 Teilnehmer der Opfer und machten auf die immer noch kritische Situation vor Ort aufmerksam.

Am 11. März 2011 begann in Japan die bisher vermutlich größte Nuklearkatastrophe der zivilen Atomkraft: Nach einem Erdbeben mit anschließendem Tsunami kam es im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in drei Reaktoren zu Kernschmelzen. Bis heute leiden tausende Menschen unter den Folgen. Viele mussten ihre Heimat verlassen. Die lokalen Böden, das Grundwasser und das Meer sind heute in einem großen Umkreis verseucht. Inzwischen hat das radioaktiv belastete Wasser bereits die kanadische Küste erreicht und ein Ende der Freisetzung großer Mengen radioaktiver Substanzen ist nicht in Sicht.

Die Heidelberger Grünen-Fraktionsvorsitzende Beate Deckwart-Boller betonte auf der Veranstaltung, dass der Unfall in einem Hochtechnologieland wie Japan stattfand. Aus diesem Grund gebe es auch keine Sicherheit bei deutschen Atomkraftwerken. Andreas Gißler von der Heidelberger Energiegenossenschaft erklärte, dass Deutschland seinen Strombedarf bereits 2025 vollständig durch erneuerbare Energien decken könne, wenn es uns gelänge, den Ausbau der Anlagen im gleichen Tempo fortzuführen, wie bisher. Er mahnte die Bundesregierung, bei einer Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes mit Bedacht vorzugehen und die Energiewende nicht zu gefährden.

Deutschlandweit fanden insgesamt über 240 Mahnwachen statt. „An dieser Zahl kann man erkennen, dass das Thema in Deutschland immer noch hochaktuell ist“, meint Achim Schorb, Vorstandsmitglied des BUND Heidelberg. Die Mahnwache wurde organisiert vom BUND Heidelberg, Attac und Bündnis ’90 / Die Grünen.