„Climate Fair To Go“, die klima-faire Alternative, Kaffee To Go zu genießen, haben die Heidelberger Kaffee-Anbieter, Florian Steiner Kaffee und Restaurant und Backshop Heinstein’s, als bundesweit erste Unternehmen in ihr Angebot aufgenommen. „Wenn es denn Kaffee-Genuss aus dem Pappbecher sein soll, wie wär’s, diesen ganz einfach klima-fair mitzunehmen“, beschrieb Peter Kolbe am 19. September 2013 bei der Vorstellung vor dem Heidelberger Rathaus den Kern des Projekts.

Peter Kolbe ist Vorsitzender der Klimaschutz+ Stiftung Heidelberg, die zusammen mit dem Projektpartner Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis (KliBA) „Climate Fair To Go“ ins Leben rief. Es besteht eine Kooperation mit dem Klima-Bündnis europäischer Städte, mit indigenen Völkern des Regenwaldes, fachlich begleitet wird das Projekt vom Ifeu Institut Heidelberg.

Die Projektpartner boten Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Leiter des Amts für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie der Stadt Heidelberg, einen ersten “Climate Fair To Go”-Kaffee an der mobilen Kaffeebar von Florian Steiner an. Der Amtsleiter war vorbereitet, hatte seine eigene Tasse im Gepäck. Denn: „Climate Fair To Go setzt am Coffee To Go-Konsumverhalten und den damit verbunden versteckten Umweltkosten an, indem es mir drei Möglichkeiten anbietet: sich Zeit zu nehmen und Kaffee in Ruhe im Kaffeehaus oder alternativ To Go aus dem eigenen Mehrwegbecher, der mitgebrachten Tasse, oder dem Klima-fairen Pappbecher zu genießen“, sagte Zirkwitz. „Und wenn es der Pappbecher ist, dann lautet die Botschaft: Einfach mal fair sein“, wie Peter Kolbe erklärte.

„Persönliche Klimaverantwortung steht im Fokus des Projekts“

Fair-Sein gelingt mit „Climate Fair To Go“ ganz einfach: Produktion, Gebrauch und Entsorgung des To Go-Bechers stellen zusätzliche Belastungen für Umwelt und Klima dar. Die mit dem „schnellen Becher“ verbundenen Umweltkosten sind an die nächste Generation weitergegeben, da sie im Preis normalerweise gar nicht enthalten sind. Mit der Bestellung des „Climate Fair To Go“-Bechers beauftragt der Kunde den Kaffeeanbieter, als Treuhänder den Kaffeepreis plus 10 Climate-Fair-Cent abzurechnen und die 10 Cent vollständig als Spende an die Klimaschutz+ Stiftung weiterzuleiten.

Der Besteller verpflichtet die Klimaschutz+ Stiftung gleichzeitig, die Climate-Fair-Cents (abzüglich 0,5 Cent für Stiftungsarbeit) im ersten Schritt in lokalen und regionalen Klimaschutzprojekten wie z.B. Ökostromkraftwerke anzulegen und im zweiten Schritt jedes Jahr die erzielten Gewinne und 5 Prozent der Climate-Fair-Cent an von den Stiftern bestimmte gemeinnützige, lokale Projekte auszuschütten.

„Die Idee zu ‚Climate Fair To Go’ entstand im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum ,Masterplan 100 % Klimaschutz in Heidelberg’ und ist in Heidelberg unmittelbar dem Ziel 100 % Klimaschutz bis 2050 verpflichtet“, erklärte Hans-Wolf Zirkwitz. Klimaschutzprojekte werden häufig zu Recht oder zu Unrecht als Ablasshandel abgetan. Für „Climate Fair To Go“ stellte Dr. Martin Pehnt, Mitglied des Wissenschaftlichen Vorstands des Ifeu Instituts, klar: „Persönliche Klimaverantwortung, nicht rechnerische Klimaneutralität, steht im Fokus des Projekts. Indem nicht irgendwelche Projekte irgendwo gefördert werden, sondern konkrete Projekte Heidelberger Initiativen, bietet ‚Climate Fair To Go’ eine stimmige Identifikationsmöglichkeit, die zum Mitmachen einlädt.“ Mit der symbolischen Summe von 11 Euro kann jeder Mitstifter des Heidelberger Stiftungstopf 100 % Klimaschutz in Heidelberg werden und sich an der jährlichen Auswahl der Förderprojekte beteiligen.

„Climate Fair To Go soll kein reines Heidelberger Projekt bleiben“

„Unser Ziel ist es, dass immer mehr Heidelberger Kaffeehäuser ‚Climate Fair To Go’ in ihr Angebot integrieren. Dabei soll ‘Climate Fair To Go’ kein reines Heidelberger Projekt bleiben. Heidelberg soll ein Anfang sein und auf die Kreisgemeinden ausstrahlen“, sagte Dr. Klaus Keßler. Dass sich „Climate Fair To Go“ auch über den Kreis und nationale Grenzen hinaus verbreiten könnte, darauf gab Thomas Brose, Geschäftsführer des Klima-Bündnises, einen Hinweis: „Während der diesjährigen Internationalen Konferenz des Klima-Bündnis in Den Haag stieß die Präsentation von ‚Climate Fair To Go’ bereits auf großes Interesse. Im Gespräch mit Prinzessin Laurentien van Oranje-Nassau, Fellow der European Climate Foundation, zeigte sie sich begeistert von der Initiative. ‚Climate Fair To Go’ ist eine herausragende Möglichkeit, auf lokaler Ebene das Thema Klimagerechtigkeit aufzuzeigen und zu kommunizieren.“

Florian Steiner sagte: „Ich musste nicht lange überlegen, um bei ‚Climate Fair To Go’ mitzumachen. Erstens ist es eine gute Sache für den Klimaschutz, und zweitens begeistert mich die hohe Transparenz bei der Verwendung der Mittel und die Möglichkeit, dass jedermann aktiv mitbestimmen kann.“ Sein Kollege im Heinstein’s, Dietmar Kettner, ergänzte: „Bei mir trinken vor allem viele junge Leute Kaffee. Sie sind sensibel für das Thema und finden es völlig okay, jetzt mit dem ‚Kaffee To Go’ im Pappbecher 10 Climate Fair Cent zu spenden oder alternativ den eigenen Mehrwegbecher mitzubringen.“