Dr. Barbara Hendricks (SPD), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, hat sich am 23. Oktober 2014 über die Heidelberger Bahnstadt und die Unterbringung von Flüchtlingen auf den Patton Barracks informiert. Die Ministerin war anlässlich der Umweltministerkonferenz in Heidelberg und nutzte die Gelegenheit, um sich den neuesten Stadtteil anzusehen. Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und Bürgermeister Dr. Joachim Gerner begrüßten die Ministerin im Bahnstadttreff LA 33. Dort erläuterten ihr Vertreter des Umwelt- und des Stadtplanungsamts die bisherige Entwicklung auf dem 116 Hektar großen Areal. Anschließend schaute sich die Delegation bei einem kurzen Rundgang die Promenade und die Wohnbebauung an.

Beispielhaft für umweltfreundliche und ökologische Stadtentwicklung

„Die Bahnstadt hat Modellcharakter. Durchgehende Passivhaus-Bauweise, ein Energiekonzept, das komplett auf regenerative Energien setzt, oder das Fahrrad als Leitverkehrsmittel – dieser Rahmen ist beispielhaft für eine umweltfreundliche und ökologische Stadtentwicklung“, erklärte Hendricks. Bund und Land hätten diese Entwicklung auch über ihr Städtebauförderprogramm bisher mit rund 11 Millionen Euro bezuschusst. OB Würzner freute sich über den Besuch aus dem Bundeskabinett: „Wir realisieren hier einen jahrhundertalten Ansatz europäischer Wissenschaftsstädte: eine enge Verzahnung von Wohnen, Arbeiten, Forschen und Freizeit. Es freut mich, dass die Ministerin sich die Zeit nimmt, die Bahnstadt als Beispiel für nachhaltigen Städtebau zu besichtigen.“

Nach dem Bahnstadt-Rundgang informierte sich Hendricks auf den Patton Barracks über die Unterbringungssituation von Flüchtlingen. Sie besichtigte hierzu ein ehemaliges Mannschaftsgebäude, das die Stadt Heidelberg aktuell zur Flüchtlingsunterkunft umrüstet. Es soll sehr kurzfristig Platz für 100 Personen bieten. Sobald dieses Gebäude bezugsfertig ist, starten die Arbeiten für weitere Unterkünfte im Stadtgebiet.

Hintergrund-Info: Bahnstadt

Mit der Bahnstadt hat die Stadt Heidelberg ein Klimaschutzprojekt mit internationalem Vorbildcharakter auf den Weg gebracht: Für den gesamten Stadtteil gilt die Passivhaus-Bauweise als Standard. Die Wärmeversorgung erfolgt durch Fernwärme, die zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Auf dem Areal entsteht ein funktionsgemischter Stadtteil mit Raum für Wohnen, Wissenschaft und Gewerbe. Rund 5.000 Menschen werden später in dem Gebiet leben, dazu kommen etwa 7.000 Arbeitsplätze, vor allem in Forschung und wissenschaftsbasierten Unternehmen. Mehr als 2.000 Menschen leben bereits in der Bahnstadt. Beim internationalen Wettbewerb „Passive House Award 2014“ wurde die Bahnstadt Passivhaus-Region des Jahres.

Weitere Informationen:
www.heidelberg-bahnstadt.de