Podiumsdiskussion

(v.l.): Marlen Pankonin (SPD), Markus Jakovac (Die Linke), Uli Wohland (Moderator), Monika Meissner (SPD), Nicole Marmé (CDU) und Theresia Bauer (Bündnis ’90 / Die Grünen). Foto: Sebastian Olschewski

Bei einer Podiumsdiskussion in der Heidelberger Volkshochschule haben sich am 20. Februar 2016 die Heidelberger Landtagskandidatinnen und -kandidaten mehrerer Parteien Fragen zur Zukunft des Natur- und Umweltschutzes gestellt. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sowie dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) in Kooperation mit der Volkshochschule Heidelberg.

Bei der Vorstellung ihrer Kernforderungen zur Landtagswahl riefen der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann sowie der BUND-Regionalgeschäftsführer Tobias Staufenberg die kommende Landesregierung zu einer konsequent an Nachhaltigkeit, Umwelt- und Naturschutz ausgerichteten Politik auf. Es dürfe keine Rückschritte in diesen Bereichen geben. Auch bekannten sich beide Verbände klar zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie: „Beides ist machbar und wir stehen dahinter“, betonte Baumann.

Zu den einzelnen Positionen teilten die Umweltverbände mit:

„Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Heidelberg, hob die Errungenschaften der Landesregierung wie das novellierte Landesnaturschutzgesetz, den Nationalpark Schwarzwald und den voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien hervor. Das Thema Nachhaltigkeit sei bei den Grünen Chefsache. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und der Erhalt der Natur seien in Baden-Württemberg keine Gegensätze sondern Innovationsmotor. Kritik musste sie sich zum Modellversuch der Landesregierung gefallen lassen, LKWs in Überlänge, sogenannte Gigaliner, auf den Straßen Baden-Württembergs zu testen.

Nicole Marmé, Landtagskandidatin der CDU, betonte, dass die CDU sich klar zur Energiewende sowie zum Ausbau der erneuerbaren Energien und auch der Windenergie bekenne. Allerdings sei sie der Meinung, dass der Ausbau der Windenergie in der Gegend um Heidelberg nicht wirtschaftlich zu betreiben und daher abzulehnen sei. Dies wurde von Theresia Bauer scharf kritisiert, die betonte, dass ausnahmslos jede Energieerzeugung mit Zumutungen verbunden sei. Dies dürfe aber kein Grund sein, die Stromerzeugung daher nicht vor der eigenen Haustür haben zu wollen. Leider musste Frau Marmé die Veranstaltung vorzeitig verlassen, so dass sie eine Replik schuldig blieb.

Die SPD wurde auf dem Podium von Marlen Pankonin repräsentiert. Aufgrund einer Terminkollision wurde Sie anfangs von Stadträtin Dr. Monika Meissner vertreten. Frau Meissner hob hervor, dass gerade im Ballungsraum der Rhein-Neckar-Region ein Juwel des Natur- und Artenschutzes zu finden sei: der als NATURA 2000- und Naturschutzgebiet geschützte ‘Untere Neckar’ zwischen Heidelberg und Mannheim. Die SPD setzte sich, so Meissner, konsequent für dessen Schutz ein, besonders auch im Lichte der Diskussionen um eine 5. Neckarquerung im Rahmen des Masterplans Neuenheimer Feld / Neckarbogen. Auch Frau Pankonin machte in diesem Zusammenhang die Position der SPD klar: ‘Hände weg vom Handschuhsheimer Feld’. Im Ökolandbau sieht die SPD einen Schlüssel zum Ressourcen- und Umweltschutz in der Agrarlandschaft. Frau Meissner forderte jedoch, dass von staatlicher Seite die Anreize und Unterstützungen für die Landwirte bei der Umstellung auf eine ökologische Bewirtschaftung verstärkt werden müsse.

Markus Jakovac von Die Linke gab zu bedenken, dass die soziale Frage auch bei den Bemühungen zum Umwelt- und Naturschutz mitgedacht werden müsste. So sei beispielsweise neben dem Ausbau des ÖPNV auch ein landesweites Sozialticket nötig, um auch weniger wohlhabenden Personen Zugang zu Mobilität zu gewährleisten. Kritisiert wurde dagegen, dass Die Linke in ihrem Wahlprogramm zwar die finanzielle Besserstellung sozial schwacher Menschen einfordere, aber Ausführungen vermissen lasse, wie die für eine nachhaltige Entwicklung notwendige Bildung zu vermitteln sei.

Der Landtagskandidat der FDP, Oliver Wolf, hatte kurzfristig krankheitsbedingt abgesagt. In der abschließenden Fragerunde mit dem Publikum wurden Themen unterschiedlichster Ebenen angeschnitten. Neben ‘globalen’ Themen wie nachhaltigem wirtschaftlichen Wachstum, der Patentierung von Saatgut und dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft ging es auch um das Neuenheimer Feld und die Erschließung des Universitätscampus”, so die Umweltverbände.