Viele Nachfragen zu den Detailplanungen, aber eine breite Akzeptanz des vorgestellten Gesamtentwurfs – so lässt sich das Bürgerforum in Heidelberg zum Bereich Mark Twain Village-Nord am 11. Februar 2015 zusammenfassen. Rund 200 Interessierte waren der Einladung der Stadt ins Helmholtz-Gymnasium gefolgt. Sie wollten erfahren, was auf dem Südstadt-Areal zwischen der Feuerbach- und Rheinstraße und zu beiden Seiten der Römerstraße in den kommenden Jahren entstehen soll.

Grundlage für die weitere Planung ist ein Entwurf von Teleinternetcafe (Berlin) und Treibhaus Landschaftsarchitektur (Hamburg), der im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung entstanden war. Eine Jury hatte eine klare Empfehlung für diese Arbeit abgegeben und viele Bürger lernten den Entwurf bei einer öffentlichen Ausstellung in der ehemaligen Kommandeursvilla im Dezember 2014 kennen. Wer das verpasst hatte, bekam nun beim Bürgerforum die Chance, sich über den aktuellen Planungsstand zu informieren.

„Der Entwurf besticht durch eine sehr differenzierte städtebauliche Struktur – die Folge ist ein ganz interessantes und dynamisches Straßenbild mit vielen Ein- und Durchblicken“, erklärte Annette Friedrich, Leiterin des Stadtplanungsamts, eine Stärke der Arbeit. An zwei Punkten hatte die Jury aber auch etwas zu bemängeln: Die Baudichte in Richtung Kirschgartenstraße wurde als zu hoch angesehen. Zudem sollten die Planer darauf achten, die Bäume an der Römerstraße im Grundsatz zu erhalten.

Erste Entwürfe bereits überarbeitet

Teleinternetcafe und Treibhaus haben beide Aspekte zwischenzeitlich schon aufgegriffen: „Östlich der Römerstraße können wir die Bebauungskante um wenige Meter versetzen, so dass der Baumerhalt möglich wird“, erklärte Architekt Andreas Krauth im Bürgerforum. An der Kirschgartenstraße könne man durch eine etwas kleinteiligere Bebauung mehr Durchlässigkeit schaffen.

In vier Gruppen wurde anschließend mit den Bürgern weiter diskutiert. Viele Fragen und Anregungen drehten sich um die Verkehrsplanung. So baten Anwohner darum, genügend Parkplätze für die neuen Bewohner und ihre Besucher vorzusehen, andere Teilnehmer bemängelten hingegen, dass zu viele Stellplätze vorgesehen seien. Thematisiert wurde auch die Radwegeplanung und der Anlieferungsverkehr für einen geplanten Nahversorger an der Rheinstraße. Viel Zustimmung gab es für die geplanten Baustrukturen, die Freiraumqualitäten und die angestrebte soziale Durchmischung der Quartiere.

Die Arbeit von Teleinternetcafe und TH Treibhaus sieht rund 800 Wohneinheiten zu beiden Seiten der Römerstraße vor. Insgesamt sollen auf den ehemaligen Army-Flächen in der Südstadt rund 1.400 Wohneinheiten entstehen – davon 70 Prozent im preiswerten Segment.