Wie die Deutsche Bahn AG in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, wurden im Rahmen des Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ in Abstimmung mit der Stadtverwaltung Heidelberg in den Stadtteilen Wieblingen, Pfaffengrund und Ochsenkopf nahezu 100 Gebäude und Wohnungen ermittelt, bei denen der zulässige Lärmgrenzwert überschritten wird und die vor 1974 erbaut wurden. Somit sind diese Häuser nach den gültigen Richtlinien zur Lärmsanierung förderfähig für passiven Schallschutz, z.B. dem Einbau von Schallschutzfenstern. Bis 2016 werden die Maßnahmen zum passiven Schallschutz in den drei Heidelberger Stadtteilen durchgeführt.

In diesen Tagen erhalten die betroffenen Eigentümer durch ein beauftragtes Ingenieurbüro die erforderlichen Unterlagen, um ihre Teilnahme am Programm anzumelden. Nach Antwort wird zur Beurteilung der Lärmsituation in den Wohnräumen ein Vor-Ort-Termin vereinbart. Als Resultat erhalten die Eigentümer anschließend eine schalltechnische Objektbeurteilung kostenlos zugeschickt. Auf dieser Basis entscheidet der Eigentümer über eine mögliche Realisierung. Der Bund übernimmt 75 Prozent der förderfähigen Kosten.

Das Programm

Seit 1999 wird das Lärmsanierungsprogramm von der Bundesregierung gefördert. Damit wurde die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch im bestehenden Schienennetz umzusetzen. Aktuell stehen dem Programm jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 100 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich erhält die Bahn für 2013 und 2014 insgesamt rund 40 Millionen Euro aus dem Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II des Bundes für den Lärmschutz. Bei der Lärmsanierung handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes. Bundesweit sind aktuell in 1.550 Ortslagen Lärmsanierungsmaßnahmen in Planung, im Bau oder bereits abgeschlossen. Gefördert werden schalldichte Fenster und Lüfter an Gebäuden entlang von Bahnstrecken. In Einzelfällen werden auch Dämmungen der Außenfassaden und Dächer teilfinanziert. Der Eigenanteil von einem Viertel der Kosten ist vom Eigentümer zu tragen, da die Maßnahmen immer mit einer Wertsteigerung des Objekts verbunden sind.