Von modernen Medikamenten bis zu endoskopischen Eingriffen – bewährte und neue Therapien bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sind heute, 19. November 2014, Thema eines Informationsabends in der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg. Patienten, Angehörige und alle Interessierten sind von 16.30 – ca. 18.00 Uhr in den Albert-Fraenkel-Saal des Schlösschens der Thoraxklinik (Amalienstraße 5) in Heidelberg-Rohrbach zu Expertenvorträgen und zum Austausch mit anderen Betroffenen eingeladen. Das Ärzteteam der Lungenfachklinik informiert über Krankheitsbild, Diagnose, Therapien sowie neue Studien und beantwortet anschließend Fragen der Besucher. Die Regionalgruppe der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland stellt sich vor.

Hauptrisikofaktor ist Zigarettenrauch

In Deutschland leiden 5 – 8 Millionen (weltweit etwa 600 Millionen) Menschen an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, bei der sich die Atemwege der Lunge verengen, Luft in der Lunge zurückgestaut wird und die feinen Lungenbläschen aufbläht (Lungenemphysem). Häufig sind eingeatmete Schadstoffe die Ursache der chronisch fortschreitenden Lungenschädigung. Hauptrisikofaktor ist Zigarettenrauch: Rund 80 Prozent aller COPD-Patienten sind Raucher. Erste Symptome sind Husten mit Auswurf am Morgen. Im weiteren Verlauf tritt zunehmend Atemnot auf, zunächst bei körperlicher Anstrengung, später auch in Ruhe. Ohne konsequente Behandlung wird das Lungengewebe mit der Zeit irreversibel zerstört. COPD ist weltweit die vierthäufigste Todesursache.

Spezialambulanz der Thoraxklinik führend bei endoskopischen Behandlungen der Atemwege

Derzeit ist COPD nicht heilbar. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie können allerdings dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität zu erhalten. „Wer verdächtige Symptome wie morgendlichen Husten oder ungewöhnliche Kurzatmigkeit bei sich bemerkt, sollte möglichst rasch einen Arzt aufsuchen”, rät Prof. Dr. Felix Herth, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin sowie stellvertretender Ärztlicher Direktor der Thoraxklinik. „Besonders Raucher sollten bei diesen Beschwerden aufmerksam werden.” Das Spektrum verfügbarer Therapien reicht heute von Inhalationssprays über Atem- und Physiotherapie und Lungensport bis hin zu minimal-invasiven Eingriffen, um die Lunge zu entlasten und ihre Funktion zu verbessern.

Jährlich bei über 200 Patienten minimal-invasive Eingriffe über die Atemwege

In der Spezialambulanz für Asthma und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) der Thoraxklinik werden hauptsächlich Patienten mit fortgeschrittenen und schwer zu behandelnden Stadien beider Erkrankungen betreut. Unter anderem führt das interdisziplinäre Ärzteteam jährlich bei über 200 Patienten minimal-invasive Eingriffe über die Atemwege durch. Ziel der endoskopischen und chirurgischen Verfahren ist es, das Lungenvolumen zu verkleinern und den Patienten damit das Atmen wieder zu erleichtern. Dabei werden kleine Einwegventile, über die aufgestaute Luft entweichen kann, implantiert, um die nicht mehr funktionsfähigen Abschnitte des Lungengewebes zu umgehen oder es werden winzige Metallspiralen eingesetzt, die aufgeblähte Bereiche zusammenziehen.