Diskutierten über Elektromobilität in Heidelberg (v.l.n.r.): Dr. Hans-Wolf-Zirkwitz (Leiter des Umweltamtes Heidelberg), Udo Lambrecht (Leiter des Verkehrsbereichs, IFEU), Dr. Micha Hörnle (Moderation), Torsten Kliesch (Geschäftsführer von Ökostadt Rhein-Neckar), Michael Teigeler (Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie) und Alexander Thewalt (Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement). Foto: Stadtwerke Heidelberg

Am 3. Mai 2012 haben die Stadtwerke Heidelberg zum Dialog über Elektromobilität auf dem Karlsplatz in Heidelberg eingeladen. Vor über hundert Teilnehmern diskutierten sie mit Vertretern der Stadt, von Umweltverbänden und der Wissenschaft, wo Elektromobilität heute steht und was passieren muss, damit sie ein wesentlicher Baustein für den Klima- und Ressourcenschutz wird.

Elektromobilität – ein Baustein in der Verkehrswende

In den 1980er- und 90er-Jahren stand Elektromobilität schon einmal auf der Agenda, erinnerte Dr. Rudolf Irmscher (Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg). Damit sie sich heute erfolgreich im Markt behauptet, braucht es die Zusammenarbeit vieler Partner – die Stadtwerke Heidelberg wollen diesen Austausch daher vor Ort fördern. Um Elektromobilität voranzubringen, sieht Alexander Thewalt (Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement), zwei Wege in der bisherigen Debatte: Beim ersten Weg sollen E-Mobile die bisherige Autos ersetzen, beim zweiten Weg geht es darum, dass sich das Verhältnis zum Auto verändert und die E-Mobile optimal mit anderen Verkehrsmitteln kombiniert werden. „Der erfolgreichste Weg ist, beide Ansätze miteinander zu verbinden”, so die Prognose des Verkehrexperten.

„Damit Elektromobilität sich auch für das Klima lohnt, sollte sie allerdings auf Ökostrom mit Qualitätslabel basieren”, betonte Udo Lambrecht (Leiter des Verkehrsbereichs vom IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung). „Immerhin gehen über 50 Prozent des Energieverbrauchs von Haushalten auf den Verkehr zurück”, ergänzte Michael Teigeler (Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie). „Das ist für uns ein wichtiger künftiger Markt – und für den Klimaschutz eine wichtige Stellschraube.”

E-Mobilität der neuen Generation steht aber immer noch am Anfang, darin sind sich alle Beteiligten einig. Am weitesten ist sie bei den Zweirädern fortgeschritten. Welche Rolle die Pedelecs übernehmen können, wurde dabei ausgiebig debattiert.

Jetzt die Weichen stellen – auch in der Bahnstadt

Und wo steht die E-Mobilität beim Auto? Noch ist der Preis für die Fahrzeuge hoch, die Reichweite der Batterien weiter auszubauen und die Zahl der Anbieter von Service- und Reparaturarbeiten vergleichsweise rar gesät. „Es geht darum, frühzeitig die Weichen für die neue Technologie zu stellen”, sagt Michael Teigeler. „Deshalb ist es klug, bei Neubauten schon jetzt die Infrastruktur zum Stromtanken in Garagen vorzubereiten – wie wir es in der Bahnstadt allen Investoren nahelegen. Es reicht schon, erst einmal Leerrohre zu legen – das ist allemal günstiger als später komplett neue Leitungen einzubauen.”

Kooperationsvertrag zum Campus-Dreieck

Als neuer Stadtteil bietet die Bahnstadt gute Potenziale für Elektromobilität. Deshalb haben Michael Teigeler für die Stadtwerke Heidelberg Energie, André Domin (Geschäftsführer des Technologieparks Heidelberg) sowie Christina Reinl (Vorstandsmitglied von Ökostadt Rhein-Neckar) zum Abschluss der Debatte einen Kooperationsvertrag unterzeichnet: Die drei Partner wollen entlang der Verkehrsachsen zwischen dem Campus in der Bahnstadt, dem Technologiepark im Neuenheimer Feld und der Universität in der Altstadt – das Campus-Dreieck – gemeinsam einen Pedelec-Verleih für Studierende und Mitarbeiter aufbauen – als einen weiteren Schritt, damit Elektromobilität in Heidelberg sukzessive Fuß fasst.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtwerke Heidelberg vom 7. Mai 2012