Solaranlage

Beim Einweihungsfest: OB Dr. Würzner mit der Geschäftsführung der Stadtwerke Heidelberg, der Betriebsratsvorsitzenden, dem Projektleiter für den Bau der Anlage sowie Mitgliedern des Gemeinderates. Foto: Stadtwerke Heidelberg

Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, Dr. Rudolf Irmscher (Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg) und Peter Erb (Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Umwelt) haben am 29. April 2013 die Solaranlage auf der ehemaligen Deponie Feilheck an der Grenze zu Oftersheim eingeweiht. Das Solarkraftwerk ist die größte Anlage in der Geschichte der Stadtwerke Heidelberg und die zweitgrößte in der Stadt.

„Die Solaranlage Feilheck zeigt, welches Potenzial Solarenergie bietet. Der Bau der Anlage ist ein Erfolg auf dem Weg zur Energiewende und bringt uns auch unserem Ziel, bis zum Jahr 2050 eine klimaneutrale Kommune zu werden, wieder ein Stück näher”, sagte OB Dr. Eckart Würzner. „Zusammen mit den Stadtwerken Heidelberg als 100 Prozent kommunalem Unternehmen arbeiten wir an einer nachhaltigen Energieversorgung vor Ort.” Dr. Rudolf Irmscher ergänzte: „Mit unserer Energiekonzeption 2020 ermöglichen wir es, dass wir schon ab 2017 nur noch atomkraftfreien Strom liefern. Dafür steigen wir verstärkt in die Eigenerzeugung ein.”

„Das Solarkraftwerk auf der ehemaligen Deponie Feilheck reduziert die Kohlendioxid-Emissionen jährlich um 566 Tonnen und produziert rund 1.118 Megawattstunden Strom für rund 500 Haushalte”, berichtete Peter Erb, zuständig für den Ausbau der Eigenerzeugung. Die Solaranlage ist aus Mitteln des Ökostrom-Produktes „heidelberg green“, bis vor kurzem „heidelberg energreen“ bezeichnet, kofinanziert. Kunden, die „heidelberg green“ beziehen, zahlen einen frei wählbaren Aufpreis zwischen einem und 4 Cent/kWh. „Mit diesen Mitteln werden Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien bezuschusst”, erläuterte Erb. Die Stadt Heidelberg ist der weitaus größte Ökostromkunde des kommunalen Unternehmens. Von 2001 – 2009 deckte die Stadt Heidelberg 80 Prozent ihres Stromverbrauchs mit dem Produkt. Seit 2010 bezieht sie sogar 100 Prozent „heidelberg green“. Außerdem stellt die Stadt Flächen zur Verfügung, auf denen die Anlagen gebaut werden können.

4.464 Solarmodule auf drei Fußballfeldern

Mit der Erhöhung des Ökostromanteils auf 100 Prozent stehen nun auch mehr Mittel für den Ausbau des Solarportfolios zur Verfügung. Die eingeweihte und bisher größte Anlage der Stadtwerke Heidelberg bedeckt eine Fläche von drei Fußballfeldern und besteht aus insgesamt 4.464 Solarmodulen. Seit 12. April 2013 ist die Anlage an das Netz angeschlossen. Die Stadtwerke Heidelberg haben die Solaranlage auf dem oberen Teil der Deponie-Südböschung installiert. Der untere Teil der Südböschung wird durch Bäume z.T. verschattet. Zur Aufstellung der Solarmodule wurde ein spezielles System mit Schrägaufstellung und flacher, aber sicherer Verankerung in den Boden entwickelt. So ist sichergestellt, dass der empfindliche Deponiekörper geschützt und gleichzeitig die notwendige Statik auf dem abschüssigen Gelände gewährleistet ist. Die Plateauflächen werden wegen der bestehenden Biotopflächen mit Sanddünen dauerhaft freigehalten. Sie sind Bestandteil der vom Regierungspräsidium genehmigten Rekultivierung und wurden vom Naturschutzfonds des Landes finanziert.

Solaranlagenleistung seit Ende 2011 mehr als verdoppelt

Dass die Anlage auf der Deponie gebaut wurde, ist Teil einer neuen Strategie der Stadtwerke Heidelberg beim Ausbau ihres Solarportfolios. „Wir wollen mehr und mehr Nutzflächen erschließen, denen wir mit einer Solaranlage eine zweite Nutzung ermöglichen. So planen wir den Bau einer Anlage auf dem Gelände unseres Umspannwerks sowie auf dem Dach und der Fassade unseres Holz-Heizkraftwerks. Damit erhöhen wir den Anteil der verfügbaren Flächen in Heidelberg für die Erzeugung von Strom aus der Sonne”, berichtete Erb. Mit den Anlagen, die die Stadtwerke Heidelberg Umwelt seit Anfang 2012 gebaut haben, haben sie die Anlagenleistung gegenüber dem Stand Ende 2011, der über den sukzessiven Ausbau während eines Zeitraums von 20 Jahre erreicht wurde, mehr als verdoppelt.

Solares Großkraftwerk als Baustein für die Energiewende in der Region

„Die Anlage auf der Deponie Feilheck ist Teil unserer Energiekonzeption 2020, mit der wir die Energiewende in der Region voranbringen”, erläuterte Dr. Rudolf Irmscher. Ebenfalls im April haben die Stadtwerke Heidelberg ein Richtfest für das Holz-Heizkraftwerk auf ihrem Werksgelände im Pfaffengrund gefeiert. Schon im Herbst 2013 wird es ans Netz gehen und Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien für Heidelberg liefern. Außerdem prüft das Unternehmen die Nutzung der Geothermie und plant den Bau eines Gas-Heizkraftwerks auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung.